Die digitale TV-Welt:

Wie der heimische Computerzum Fernseher-Ersatz wird

Die Lieblingssendung verpasst? Das kann heute nicht mehr passieren. Schließlich bieten Mediatheken Zugriff auf Sendungen der vergangenen Tage. Wer seinen PC als TV-Gerät nutzt, hat noch einige interessante Möglichkeiten mehr.

Fast jeder Fernsehsender bietet im Internet die Möglichkeit, verpasste Sendungen später anzuschauen.
Franziska Gabbert Fast jeder Fernsehsender bietet im Internet die Möglichkeit, verpasste Sendungen später anzuschauen.

Auf dem gemütlichen Sofa vor dem großen Fernseher macht die Lieblingssendung wohl immer noch am meisten Spaß. Aber fernsehen kann man heute wann und meistens auch wo man will. Das kann am PC sein oder unterwegs am Laptop, am Tablet-Computer oder dem Smartphone. Häufig fallen dafür nicht einmal Extrakosten an. Was möglich ist, hängt hauptsächlich vom Sender ab, den man sehen will – und davon, welche Verbreitungswege er für sein Programm gewählt hat.

Fernsehen am PC ist vielleicht nicht so gemütlich wie im Wohnzimmer, dafür aber in technischer Hinsicht wesentlich komfortabler. Das gilt vor allem, wenn man sogenannte TV-Tuner nutzt, die es als Steckkarten für den Einbau in den PC oder auch als TV-USB-Sticks gibt, wie Jürgen Sewczyk von der Deutschen TV-Plattform erklärt. Diese Tuner bringen dann je nach Hausanschluss Satelliten- und Kabelfernsehen oder auch das terrestrische Funksignal von DVB-T auf den PC-Bildschirm. Die meisten Geräte haben auch Software zum Programmieren und Aufzeichnen im Lieferumfang.

Filme bequem auf externe Festplatten aufnehmen

Filme auf externe Festplatten oder Sticks aufzeichnen, kann man inzwischen auch mit vielen Smart-TVs, das nennt sich dann USB-Recording. Diese Filme werden dabei aber so verschlüsselt, dass sie in den meisten Fällen nur an genau diesem Fernseher wiedergegeben können, an dem sie aufgenommen wurden.

Der Empfang von DVB-T ist in vielen Fällen besonders attraktiv, weil das nicht nur daheim am PC, sondern auch unterwegs am Laptop, Smartphone oder Tablet gehe, sagt Sewczyk. Für iOS- und Android-Geräte gibt es inzwischen entsprechende Zusatzgeräte zum Anstecken. Einen kleinen Nachteil haben DVB-T-Stick allerdings, erklärt Sewczyk. Denn bei DVB-T handelt es sich um eine Technik, die es nicht mehr lange geben wird. Schon in den nächsten Jahren soll der Übertragungsstandard durch das neue DVB-T2 abgelöst werden.

Immer mehr Menschen sehen TV per Livestream

Wenn eine Breitband-Internetverbindung zur Verfügung steht, werden solche Zusatzgeräte zum Fernsehgucken nicht gebraucht. Fast jeder Sender verbreitet heute sein Programm auch über das Netz. Laut IT-Verband Bitkom schauen immer mehr Menschen in Deutschland TV-Sendungen per Livestream. Jeder Dritte bereits regelmäßig.
Am einfachsten ist dabei wohl die Nutzung der öffentlich-rechtlichen Programme, deren Streams direkt und ohne weitere Kosten auf den Websites der Sender angeboten, erklärt Sewczyk. Dafür zahlt man schließlich
Rundfunkbeiträge.