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Wie man sein Handy vor dem Ausspähen sichert

Abhörsichere Smartphones mit Kryptoprozessor kosten leicht mehrere tausend Euro. Verbraucher, die ihre Kommunikation schützen möchten, können sich aber auch mit meist kostenlosen Anwendungen behelfen.

Damit private Nachrichten privat bleiben, können Nutzer sie mit speziellen Apps verschlüsseln.             
Britta Pedersen Damit private Nachrichten privat bleiben, können Nutzer sie mit speziellen Apps verschlüsseln.  

Es gibt auch App-Anwendungen für ganz normale private Handys, die das Surfen anonymisieren und Nachrichten, Gespräche sowie E-Mails verschlüsselt über die Internetverbindung senden. Verschlüsselungs-Apps setzen jedoch voraus, dass beide Seiten die jeweilige Anwendung nutzen. Die folgenden Apps haben einen offenen, für jedermann nachprüfbaren Quellcode. Das ist der beste Schutz vor versteckten Hintertüren.

Für sichere Textnachrichten und Chats auf Android-Geräten kommen etwa ChatSecure (ehemals Gibberbot) oder Xabber infrage. Und auch für iOS gibt es eine App namens ChatSecure, die Nachrichten verschlüsselt. Alle drei Lösungen arbeiten mit einem Protokoll zur Verschlüsselung von Instant-Messaging-Nachrichten namens Off-the-Record (OTR). Es bietet den Vorteil, dass man nicht feststellen kann, ob ein bestimmter Schlüssel von einer bestimmten Person genutzt wurde.Abhörsichere Internettelefonie (VoIP) zwischen Android-Geräten ermöglicht zum Beispiel die App RedPhone. Versiertere Nutzer, die VoIP über das SIP-Protokoll nutzen, finden auch in CSipSimple eine Verschlüsselungslösung.

Anonymisiertes Surfen per Smartphone

Zur E-Mail-Verschlüsselung gibt es verschiedene Standards. Für Privatnutzer eignet sich meist OpenPGP (Open Pretty Good Privacy) am besten. Bei diesem Standard ist die Schlüsselerzeugung auch nicht mit Kosten verbunden. Eine OpenPGP-Umsetzung fürs Smartphone bietet etwa die Anwendung Android Privacy Guard (APG), die mit der E-Mail-App K-9 Mail zusammenarbeitet. OpenPGP arbeitet aber auch auf iOS-Geräten, etwa mit der App iPGMail (1,79 Euro). Wichtig: Verschickt man eine verschlüsselte Mail an einen Kontakt, der kein OpenPGP nutzt, sieht dieser nur Buchstaben- und Zahlensalat.Letztlich ist auch anonymisiertes Surfen per Smartphone möglich. Dabei werden die Daten verschlüsselt, und die eigene IP-Adresse wird verschleiert, indem der Datenverkehr über ständig wechselnde Server geleitet wird. Mobile Browser-Apps, die auf das Anonymisierungsnetzwerk Tor aufsetzen, sind etwa Orbot für Android-Handys oder Onion Browser (0,89 Euro)für iOS.