Einfach zur Mietminderung:

Wohnungsmängel per Handy beim Vermieter anmelden

Auweia! Ein feuchter Fleck an der Zimmerdecke! Was tun? Eine neue App kann Mietern helfen: Mit „Manko“ lässt sich eine Mietminderung kinderleicht beim Vermieter melden.

Mit dem Handy können Mietmängel ganz einfach erfasst und gemeldet werden.
privat Mit dem Handy können Mietmängel ganz einfach erfasst und gemeldet werden.

Was genau kann diese App, die Sie jetzt für Mieter herausgebracht hat?

Sibylle Helms: Manko ist die erste elektronische Ratgeber-App rund um das Thema Mietmangel in der Wohnung. Der Nutzer kann mit nur wenigen Klicks alle notwendigen Informationen zusammenstellen, um dem Vermieter bestehende Mängel in der Mietwohnung juristisch korrekt anzuzeigen. Damit geht er bereits den ersten Schritt zur Beseitigung dieser Mängel. Die App prüft auch gleich, ob passende Gerichtsurteile vorliegen, die eine Mietminderung rechtfertigen. Und schlägt eine objektiv angemessene Mietminderung vor.

Wie gehe ich mit „Manko“ einen Mietmangel an?

Sibylle Helms: In vier einfachen Schritten: Als Erstes muss ich den Mangel genau beschreiben: Was ist kaputt oder beeinträchtigt? Wo in der Wohnung? Wie lange besteht der Schaden? Im zweiten Schritt erstelle ich Fotobeweise oder benenne Zeugen. Auf Basis meiner Angaben zur Wohnsituation überprüft Manko im dritten Schritt vergleichbare Gerichtsurteile zu Mangel und Mietminderung. Unser kleines Programm kalkuliert dann gleich die entsprechende Minderung. Im vierten Schritt fügt Manko all diese Informationen zu einem professionell formulierten Schreiben an den Vermieter zusammen. Das Schreiben kann ausgedruckt und als klassischer Brief oder direkt als E-Mail verschickt werden.

Wie entstand die Idee für die „Manko“-App?

Rainer Helms: Ich vermiete seit über zehn Jahren selbst Wohnungen. Nach meinen Erfahrungen sind Mieter häufig verunsichert, wenn es zu Problemen in ihren vier Wänden kommt. Oft wird der Vermieter über einen Schaden gar nicht oder viel zu spät informiert. So kam es zu der Idee einer einfachen App, die es Mietern erleichtert, mit solchen Problemen richtig umzugehen.

Macht diese App die Beratung durch Anwalt oder Mieterverein überflüssig?

Sibylle Helms: Vielleicht hilft ein kleines Beispiel: Ich gehe in ein Geschäft und kaufe einen Staubsauger. Zuhause stelle ich fest, dass das Ding nicht funktioniert. Ich habe als Käufer aber ein Recht auf ein fehlerfreies Produkt. Gehe ich dann gleich zum Anwalt oder fahre ich einfach nochmal zum Geschäft, um das Problem selber zu lösen? Beim „Produkt“ Mietwohnung gibt es eine größere Hemmschwelle, man will ja nichts falsch machen. „Manko“ gibt dem Mieter die Sicherheit, dem Vermieter den Mangel juristisch korrekt anzuzeigen und eine eventuell mögliche Mietminderung angemessen zu berechnen. Und das kostet mich im App-Store gerade mal 2,69 Euro, das ist oft weniger als eine Busfahrt zum Anwalt.

Die App funktioniert doch aber auch auf dem „flachen“ Lande?

Sibylle Helms: Verwenden kann unsere App jeder überall in Deutschland. Sie basiert auf dem deutschen Mietrecht. In den Ballungszentren gibt es nun einmal mehr Mieter und Mietwohnungen. Auf dem Dorf wohnen mehr Leute in den eigenen vier Wänden. Aber auch, wer auf dem Land zur Miete wohnt kann Mängel per App seinem Vermieter mitteilen.

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