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Fast jedes Jahr kommt ein neues Grab hinzu

VonClaudia MarsalHaustierbesitzer kennendas Problem: Wer an einer Straße wohnt, dessen Lieblinge kommen oftunter die Räder.Diana Hurtienne aus Schmölln ...

An dieser Stelle beerdigt Diana Hurtienne aus Schmölln immer ihre überfahrenen Haustiere. Na ja, die Bestattung selbst übernimmt ihr Mann, aber die Gräber werden dann von ihr angelegt und gepflegt.  FOTO: C. Marsal

VonClaudia Marsal

Haustierbesitzer kennen
das Problem: Wer an einer Straße wohnt, dessen Lieblinge kommen oft
unter die Räder.
Diana Hurtienne aus Schmölln trauert ständig
um ihre Katzen. Sie ist
überzeugt, dass viele
noch leben könnten, wenn Kraftfahrer rücksichtsvoller wären.

Penkun/Schmölln.„Da hinten, gleich neben der schattenspendenden Wand, da haben wir sie begraben,“ – Diana Hurtienne führt die Reporterin traurig an den Ort, wo fünf ihrer Lieblinge ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. In letzter Zeit hat die 35-Jährige fast jedes Jahr eine Katze betrauern müssen. 2009 kamen sogar zwei kurz hintereinander unter die Räder. Auch ihr geliebter Krümel, der schwarzgefleckte Teufel, den alle nur Zirkuskatze nannten, weil der Vierbeiner so wagemutig war. „Mein Krümel ist auf die höchsten Bäume rauf, nie kam sie in Schwierigkeiten.“ Die Kollision mit einem Auto überstand das Tier hingegen nicht. Ehemann Marcel hat die blutigen Überreste vom Straßenrand kratzen müssen.
„Mir bricht das jedesmal das Herz“, beklagt die Mutter eines elfjährigen Sohnes, denn jedes Haustier werde von ihr wie ein Kind behandelt. „An allen hing und hängt mein Herz“, versichert die Schmöllnerin. Aber Katzen seien nun mal leider freiheitsliebende Wesen. Sie auf den Hof zu sperren oder ans Haus zu „ketten“, das gelinge nicht.
„Sie kommen und gehen, wie sie mögen. Ich zittere jedesmal, wenn eine über Nacht wegbleibt.“
Ihre aktuellen Gefährten – Felix und Finchen – haben die Hurtiennes nun schon vorsorglich mit reflektierenden Halsbändern ausgestattet. „Die strahlen so weit, dass man sie gar nicht übersehen kann“, ist die Geschäftsfrau überzeugt.
Das nütze indes wenig, wenn mal wieder jemand Jagd auf Katzen mache. Ja, auch so etwas gebe es, bestätigt Diana Hurtienne. Ihr Nachbar habe unlängst erst beobachtet, wie jemand richtig Gas gab, als ihm eine Katze vors Auto lief, berichtet sie betrübt.
Die meisten überfahrenen Tiere gingen allerdings auf das Konto unachtsamer Fahrer, ist sie überzeugt. Deshalb ihr öffentlicher Appell, auch im Namen aller anderen Haustierbesitzer: „Nehmt in Ortschaften freiwillig den Fuß vom Gas. Schließlich geht es nicht nur um unsere Tiere. Gerade in den Dörfern spielen ja auch noch die Kinder am Straßenrand.“

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red-pasewalk@nordkurier.de