| Vorkoster mit Diplomatenpass |
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| Gourmet Preis Vor dem G8-Gipfel fand am Wochenende ein Spitzen- treffen einheimischer Köche statt. Sie überzeugten international verwöhnte Gaumen. Von Andreas Zecher Rostock. Kunst und gute Küche, da ist den Franzosen kein X für ein U vorzumachen. Jean-Francois Boittin ist zu dem ökonomisch versiert. Mit seiner Gattin gehört der Gesandte für Wirtschaftsangelegenheiten zu den Diplomaten, die sich am Wochenende in der Region umgeschaut haben, wo in gut einem Monat der G8-Gipfel stattfindet. Für den französischen Gesandten ist es die erste Reise in diesen Teil der Republik. Das Programm habe ihn neugierig gemacht, sagt er. Ein Ausflug auf einem alten Segelschiff, ein Stadtbummel durch das historische Viertel der Hansestadt Rostock und am Abend die Teilnahme am Festessen anlässlich der Verleihung des Großen Gourmet Preises 2007 Mecklenburg-Vorpommern. Austragungsort ist erstmals die Yachthafen Residenz Hohe Düne in Warnemünde. Hier haben die Diplomaten Quartier genommen. Zweifellos eine noble Adresse. Doch Engländer, Japaner, US-Amerikaner, Franzosen, Kanadier und Italiener haben nicht nur den ganz feinen Zwirn im Gepäck. Eine Schiffstour im Smoking wäre auch zu viel des guten. Da machen es auch Jeans, T-Shirt und eine locker sitzende Jacke. So ist die sich nach und nach zusammenfindende Truppe auch nach dem zweiten und dritten Blick nicht als Diplomatisches Korps auszumachen. Ein Neuling im Lande vermutet denn auch im schnauzbärtigen Jürgen Seidel (CDU) einen freundlichen Franzosen. Der Wirtschaftsminister und Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) sowie Vertreter des Tourismus- und Gaststättenverbandes sind in die Rolle der Fremdenführer geschlüpft und erklären später auf dem Schiff, was es entlang der Warnow zu sehen gibt. Informationen und Eindrücke, die zum Fachsimpeln anregen. Der französische Wirtschafsgesandte und der kanadische Botschafter Paul Dubois nehmen respektvoll unter die Lupe, was die Ostdeutschen da links und rechts des Flusses in den letzten anderthalb Jahrzehnten an Neuem aufgebaut haben. Die hochmoderne Warnow-Werft, das Dieselmotorenwerk, Logistik-Anlagen, Fähranleger, Siedlungen mit Einfamilienhäusern, von deren roten Dächern ein Leuchten ausgeht. "Bei uns würde man das ein Wunder nennen", sagt der eine zum anderen. Das Schiff ist mittlerweile nahe dem Rostocker Stadtzentrum, da sticht dem Kanadier ein ultramodernes Gebäude ins Auge, das Max Planck Institut für Demographische Forschung. Als er erfährt, dass dessen Direktor, James Vaupel, ein Landsmann von ihm ist, erwägt er erneute Reisepläne in den Nordosten. Da darf dem Franzosen nicht unerwähnt bleiben, dass seine Landsleute den Warnow-Tunnel bauten und betreiben, die Trinkwasserversorgung der Region übernommen haben und hier ein landesweit tätiges Kulturinstitut führen, "oh lala". Anerkennende Worte sind von ihm am Abend noch mehrfach zu hören. Da tischen die besten Köche des Nordostens raffinierte Schmankerl auf. Kreationen, für die sich ein Paul Bocuse oder Alain Ducasse nicht schämen müssten, heißt es. Vom diesjährigen Gourmet-Preisträger des Landes, Tillmann Hahn, werden die Staatsoberhäupter während des G8-Gipfels bekocht. Hahn ist der Chefkoch des Kempinski Grand Hotel Heiligendamm. Für die diplomatische Scouts in Sachen Kultur, Kunst und gute Küche richtete er Mecklenburger Weidelamm mit Auberginen, Artischocken und Bohnenpüree an Oh lala. (Nordkurier, 30. April/1. Mai 2007) |
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