"Schnellgerichte gibt's im Supermarkt"
Innenminister
Lorenz Caffier
im Kempinski
Grand Hotel
Foto: Bernd Lasdin
Schwerin. Lorenz Caffier kennt sich aus mit Hotels. Denn 13 Jahre stand der heutige CDU-Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns einem regionalen Tourismusverband vor. Das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm ist ihm aus anderen Gründen sogar besonders vertraut. Der G8-Gipfel wird im Juni hier stattfinden. Wie sicher der sein wird, wollte von dem CDU-Politiker Hans-Joachim Guth wissen.

Der bevorstehende G8-Gipfel ist die bislang größte Herausforderung für die Sicherheits-
kräfte in Mecklenburg-Vorpommern. Auch für den Innenminister?
Eine internationale Veranstaltung diesen Kalibers ist für jeden Innenminister eine Herausforderung - zumal für jemanden, der erst im November 2006 die Funktion übernommen hat. Aber es gibt in Deutschland Erfahrungen und Standards für die Durchführung derartiger Ereignisse. Ich bin positiv überrascht von der gemeinsamen Anstrengung aller Bundesländer, dieses Treffen zu einem Erfolg machen zu wollen.

Trotzdem, was die Gewährleistung der Sicherheit des Weltwirtschaftsgipfels anbelangt, wird vieles am Innenminister des gastgebenden Bundeslandes hängen bleiben. Wie gut kennen Sie den Austragungsort?
Heiligendamm und Umgebung kenne ich mittlerweile sehr gut. Was auch damit zu tun hat, dass ich von 1971 bis 1974 hier in Bad Doberan - als gebürtiger Sachse - gelernt habe. Damals aber natürlich noch nicht wissend, dass ich Jahrzehnte später verantwortlich sein würde für die Absicherung eines so großen Meetings.

Die Rede ist von bis zu 16 000 Polizisten, die das Treffen absichern sollen. Auf welche Unterstützung dürfen Sie rechnen?
Der G8-Gipfel ist eine gesamtdeutsche Aufgabe - was nicht zuletzt in der vorigen Woche bei der Innenministerkonferenz der norddeutschen Länder deutlich wurde. Es gibt einen Schulterschluss zwischen den Ländern. Wir werden hier gemeinsam die erforderliche Sicherheit gewährleisten. Korrekt ist, dass wir mit bis zu 16 000 Einsatzkräften planen.

In der Öffentlichkeit geisterte in diesem Zusammenhang auch schon mal die Zahl von 18 000 Mann herum.
Da geistert momentan vieles herum. Natürlich wird sich die Atmosphäre im Umfeld der Tagung auf die benötigten Sicherheitskräfte auswirken. Bund und Länder werden in angemessener Stärke und mit gebotener Sorgfalt präsent sein, sofern – was wir alle nicht hoffen - gewaltorientierte Störer den sicheren Verlauf der Veranstaltung oder gar Menschen gefährden.

Und diese Sorte Störer wird dann per Schnellgericht abgeurteilt.
Schnellgerichte gibt's im Supermarkt. Das sogenannte Beschleunigte Verfahren ist ein Strafverfahren, das bei einfachen Sachverhalten und klarer Beweislage eine zeitnahe Gerichtsverhandlung ermöglicht - übrigens nicht nur beim G8-Gipfel. Die Strafe folgt der Tat auf dem Fuße, was dem Täter schnell die Folgen seiner Tat vor Augen führen soll. Insofern ist das Beschleunigte Verfahren trotz aller Beschleunigung kein "Schnellgericht". Es wird ebenso sorgfältig durchgeführt wie andere Strafprozesse auch.

Mecklenburg-Vorpommern hatte schon mal einen Leitenden Polizeidirektor, der gerade seine Garderobe wechselte, als sich der Mob 1992 in Rostock-Lichtenhagen daran machte, ein Heim für ausländische Mitbürger samt Insassen anzuzünden. Wo werden Sie sein während des Gipfels?
Man darf getrost davon ausgehen, dass der Innenminister dort sein wird, wo seine Anwesenheit - der Lage geschuldet - vonnöten ist. Und man darf auch davon ausgehen, dass ich im Zweifel ein Wechselhemd zur Hand haben werde.

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