Heiligendamm (nk). Seit den achtziger Jahren werden die jährlichen Weltwirtschaftsgipfel der G8 von Protesten begleitet. Die Gipfelgegner kritisieren, dass die Gruppe in ihren Gesprächen und Handlungen zu wenig auf die Interessen ärmerer Ländern eingeht und dass die Treffen und deren Ergebnisse nicht von einem übergeordneten Gremium überwacht werden, wie es in einem Parlament der Fall wäre.
Einen Höhepunkt erreichten die Gipfelproteste 2001, als in der italienischen Stadt Genua 200 000 Globalisierungsgegner aus der ganzen Welt demonstrierten. Dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Der 23-jährige italienische Gipfelgegner Carlo Giuliani wurde von einem Polizisten erschossen und anschließend überfahren. Als Folge der gewaltsamen Auseinandersetzungen des Genua-Gipfels fanden die folgenden Treffen meist in abgelegeneren Orten statt, zum Beispiel 2004 auf Sea Island, einer kleinen Insel der USA oder 2005 in Gleneagles in Schottland. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden stetig ausgebaut. Meist wird im Vorfeld ein kilometerlanger Zaun rund um den Tagungsort errichtet und tausende Polizisten sind im Einsatz.