Gipfelgegner uneins über Protest-Formen
Demonstration. Vertreter von Attac und Greenpeace versichern, ihre Gruppierungen würden sich aktiv für eine friedliche Veranstaltung in Rostock einsetzen.

Von Thomas Beigang und ddp

Berlin. Die Veranstalter der Anti-G8-Demonstration am 2. Juni in der Hansestadt Rostock sehen keinen Anlass, von der angemeldeten Teilnehmerzahl 100 000 abzurücken. "Wir rechnen mit der größten internationalen Protestveranstaltung in Deutschland seit vielen Jahren", sagte Werner Rätz von Attac Deutschland am 24. April in Berlin. Die Teilnehmer an der Demonstration gegen das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs Anfang Juni in Heiligendamm (Landkreis Bad Doberan) sollen sich nach Angaben der Veranstalter vor allem aus dem Raum Berlin, Hannover und Hamburg rekrutieren. Man zählt aber auch auf Demonstranten aus dem Ausland. Allein aus Dänemark hätten sich 1000 Teilnehmer angemeldet, hieß es. Noch nie habe es ein so breites Bündnis gegeben, sagte Rätz weiter. Die Bandbreite der aufrufenden Organisationen reiche von der radikalen Linken bis in Kirchenkreise.

Unter dem Motto "Gegenwind für G8 - eine andere Welt ist möglich" wird sich der Protestzug in zwei Formationen vom Rostocker Hauptbahnhof und vom Schutower Ring in Richtung Stadthafen bewegen. Bei der Schlusskundgebung sollen neben namhaften internationalen Intellektuellen auch Vertreter des DGB, von Attac Deutschland, der Deutschen Friedensgesellschaft, der Grünen Jugend sowie der Linkspartei zu Wort kommen. Ob eventuell Gregor Gysi oder Oskar Lafontaine dabei ans Rednerpult treten, konnte gestern noch niemand sagen. Man befände sich in intensiven Gesprächen mit der Linkspartei, hieß es.

Im Anschluss an die Kundgebung planen die Organisatoren ein Konzert mit international bekannten Musikern. Am 4. Mai, so hieß es, erscheine eine CD "Move against G8" mit einigen der teilnehmenden Künstler.

Während der gestrigen Zusammenkunft der Veranstalter sind Unstimmigkeiten über die Form des Protestes zu Tage getreten. Die Sprecher der großen Organisationen wie Attac und Greenpeace betonten den grundsätzlichen friedlichen Charakter der Veranstaltung. Andere wie Sabine Zimpel vom Entschuldungsbündnis sagte, ohne diese Übereinkunft hätten sie sich nicht an dem Bündnis beteiligt. Der Sprecher der "Interventionistischen Linken", Benjamin Laumeier, hingegen wollte sich nicht von möglicher Gewalt distanzieren. Seine Organisation begrüße jede Form des Protestes, so Laumeier. Entscheidend wäre unter anderem des Verhalten der Polizei.

Werner Rätz von Attac lobte dagegen die bisherige Zusammenarbeit mit dem Vorbereitungsstab der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern. Die Kooperation sei gut, so Rätz. Er rechne auch damit, sagte der Organisator, dass die Stadt Rostock ihr Versprechen halte und weitere Unterbringungsmöglichkeiten für die Demonstranten bereit stelle.

Indes rechnet die Bundesregierung wegen der Haltung der USA auf dem G8-Gipfel mit schwierigen Verhandlungen zum Klimaschutz. Die Ergebnisse der Vorgespräche seien bisher noch nicht befriedigend verlaufen, sagte gestern der mit der Vorbereitung des Treffens beauftragte Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Bernd Pfaffenbach.

www.move-against-g8.de

www.attac.de

www.g8-2007.de

<< zurück