G8-Blockierer erwarten großen Zulauf
In Bad Doberan zeigte die Kampagne
Block G8 gestern, wie sich die Teilneh-
mer von Straßenblockaden während
des Gipfeltreffens präsentieren werden.
Fotos: Heiko Brosin
Entscheidung. Verwaltungs-
gericht Schwerin stärkt die Rechte der Globalisierungskritiker: Am Flughafen Laage darf nun doch
demonstriert werden.

Bad Doberan (thb/dpa). Die Organisatoren der geplanten Blockaden gegen den G8-Gipfel rechnen mit 10 000 aktiven Teilnehmern. Das sagte gestern der Sprecher der Kampagne Block G8, Christoph Kleine.

Mit den Mitteln des zivilen Unge-
horsams sollen die Zufahrts-
straßen zum Tagungsort in Heiligendamm blockiert und somit die Infrastruktur des Gipfel-Treffens empfindlich gestört werden, so die Ziele der Organisatoren, die sich gestern in Bad Doberan zum letzten öffentlichen Training trafen.

Sprecherin Lea Voigt forderte von der Polizei, die Vorbereitungen für das massenhafte Einsperren von Blockade-Aktivisten einzustellen. Man werde sich nicht einschüchtern lassen, so Voigt.

Gut eine Woche vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm sind die Demonstrationsrechte der Globalisierungskritiker erneut gestärkt worden. Das Verwaltungsgericht Schwerin entschied gestern, dass Gipfelgegner entgegen dem von der Polizei verhängten Verbot am 5. und 6. Juni nun doch nahe dem Flughafen Rostock-Laage demonstrieren dürfen. Auf dem auch zivil genutzten Militärflughafen werden die Flugzeuge der Staats- und Regierungschefs landen.

In der Vorwoche hatten die Richter bereits ein Demonstrationsverbot für das weitere Umfeld des Tagungsortes Heiligendamm gekippt. Die Entscheidungen liegen nach Widersprüchen nun bei der nächsten Instanz, dem Oberverwaltungsgericht in Greifswald.

Unterdessen gehen die Vorbereitungen für das Gipfeltreffen, das vom größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik begleitet wird, in die letzte Phase. Aus anderen Bundesländern werden Bereitschaftspolizisten nach Mecklenburg-Vorpommern verlegt. Bis zu 16 400 Polizisten sollen zum Schutz der Politiker zum Einsatz kommen.

(Nordkurier, 30.05.2007)
<< zurück