| Ganz in Familie an einem abgesägten Tisch |
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Von Hans-Joachim Guth Hohen Demzin. Das Geschenk kommt vor den Gästen. Schon zwei Stunden, bevor Joachim Sauer, Ehemann von Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit „seinen“ Damen in Hohen Demzin (Landkreis Güstrow) aus dem Hubschrauber steigt, lässt Washington ein Präsent beim Hausherrn von Burg Schlitz, Mathias Stinnes, abgeben Manschettenknöpfe aus Sterling-Silber mit einer Gravur des Weißen Hauses auf der einen und der Unterschrift von Laura Bush auf der anderen Seite. Die Gattin des US-Präsidenten ist wie auch die Frauen der anderen G8-Staatschefs der Einladung von Joachim Sauer gefolgt. Das sogenannte Partnerprogramm führt die Damen auf eine Burg, die Anfang des 19. Jahrhunderts entstand und nach wechselvoller Geschichte heute als Schlosshotel geführt wird.
Helmuth Mahnkopf, der Direktor, und sein Restaurantchef Bernhard Moser sind die Ruhe selbst. Der eine, weil er ein alter Hase in der Sterne-Hotellerie ist, der andere ist Österreicher. „Wir neigen nicht zur Hektik“, sagt Moser und bleibt seinem alpenländischen Naturell vor, während und nach dem Partnerprogramm treu trotz Sprengstoff suchender Hunde und allerlei Herren, denen der Schutz ihrer Exzellenzen angetragen wurde. Die CIA ist mit von der Partie, der russische Geheimdienst auch. Burg Schlitz, das ist an diesem Tage auch ein Stelldichein der Schwarze-Brillen-Träger. Mathias Stinnes begrüßt die hochrangigen Gäste bei schönstem Sonnenschein und mag dabei insgeheim hoffen, dass die seinem Hause mit diesem Besuch zuteilgewordene Aufmerksamkeit sich künftig auch in betriebswirtschaftlich günstigeren Zahlen niederschlagen möge. Gerade hat man sich von einem Management-Duo getrennt, das es über Jahre hinweg nicht vermochte, Burg Schlitz in die schwarzen Zahlen zu führen. Der Direktor ist neu, der Restaurantchef seit drei Wochen im Amt, und Chefkoch Eric Schröter ist so lange auch noch nicht da.
Noch vor Kurzem hatte dieser einen Durchmesser von 3,60 Meter. Zu viel, befanden Menschen vom hauptstädtischen Protokoll. Um eine „familiäre Atmosphäre“ zu ermöglichen, seien 2,80 Meter das Höchste der Gefühle. Also musste die Säge angesetzt und ein passendes Tischtuch gesucht werden. „Dieses Tischtuch zu finden, war so einfach nicht“, gesteht Direktor Mahnkopf und fügt hinzu, dass man „ein wenig gezaubert“ habe, um das Problem zu lösen. Wenn sie die Probleme der Herrschaften vom Protokoll hätte, ist eine Damenstimme aus dem Hintergrund zu vernehmen, dann hätte sie überhaupt keine Probleme. Egal wie, die vier Stunden auf Burg Schlitz haben den aus Heiligendamm eingeflogenen Gästen sichtbar Freude gemacht. Cherie Blair hätte um Haaresbreite den Abflug verpasst. „Ich hätte noch Stunden in diesem wunderschönen Park sitzen können“, sagt die Gattin des britischen Premiers und kann sich vom Anblick des Nymphenbrunnens kaum trennen. Und auch Joachim Sauer ist sichtlich zufrieden. Nach Burg Schlitz zu gehen, sei eine ausgesprochen gute Idee gewesen. Die soll ihm seine Gattin gegeben haben. www.burg-schlitz.de (Nordkurier, 08.06.2007) |
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