Gesundheitsamt alarmiert:

Gefährliche Bakterien lauern in der Dusche

Bewohner eines Prenzlauer Mietshauses werden über Informationszettel von der Überschreitung zugelassener Werte für Legionellen im Trinkwasser informiert. Was steckt dahinter?

Legionellen gibt es überall im Wasser. Gefährlich werden sie nur, wenn sie über Wasserdampf in die Atemwege kommen. Deswegen gelten Duschen oft als Gefahrenquelle.
Monika Strehlow Legionellen gibt es überall im Wasser. Gefährlich werden sie nur, wenn sie über Wasserdampf in die Atemwege kommen. Deswegen gelten Duschen oft als Gefahrenquelle.

In einem Prenzlauer Mietshaus wurden vor Kurzem im Trinkwasser mehr Legionellen als zulässig ermittelt. Daraufhin setzte das uckermärkische Gesundheitsamt mit dem Vermieter einen für solche Fälle vorgesehenen Plan in Gang, bei dem zuerst die Warmwasseranlagen im Haus gespült und danach thermisch desinfiziert werden müssen. In der Regel überstehen die Stäbchenbakterien Temperaturen von über 60 Grad nicht. Danach wird die Wasseranlage erneut beprobt. „Die Überschreitung des vorgeschriebenen technischen Messwertes war so gering, dass für die Mieter weitere Vorsichtsmaßnahmen nicht notwendig wurden“, erklärt Amtsärztin Dr. Michaela Hofmann. Bleibt die zweite Laboruntersuchung positiv, ist eine chemische Desinfektion vorgesehen

Nach der deutschen Trinkwasserverordnung dürfen nicht mehr als 100 koloniebildende Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter gemessen werden. Dabei spielen Legionellen seit 2011 überhaupt erst eine Rolle bei den Hütern der Wasserreinheit. Deutsches Trinkwasser wird auf alle möglichen chemischen Elemente und sonstige Schadstoffe untersucht. Doch die Erreger der auch Legionärskrankheit genannten Lungenerkrankung rückten in den Fokus, als sich die Fälle weltweit häuften. 2013 kam es in Deutschland zu einem Krankheitsausbruch in Warstein, 2014 in Jülich. Legionellen sind ungefährlich, solange sie nicht eingeatmet werden. Händewaschen bleibt folgenlos, das Wasser kann sogar getrunken werden. Erst wenn Erreger mit Wasserdampf oder Tröpfchen in die Atemwege gelangen, drohen schwere Lungendefekte. Fälle der sogenannten Legionellosen sind in der Uckermark in den zurückliegenden Jahren aber nicht bekannt geworden.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung