Sicherer und bunter:

Ab heute gibt’s den neuen Zehner!

Nach dem Fünf-Euro-Schein wird nun auch der Zehner in neuer Auflage in den Umlauf gebracht. Zusätzliche Sicherheitsmerkmale sollen das Fälschen nahezu unmöglich machen.

So sieht er aus: der neue Zehner.
Caroline Schiko So sieht er aus: der neue Zehner.

Im ersten Moment fühlt er sich an wie Spielgeld, der neue Zehner. Ehrlich gesagt, sieht er auch irgendwie so aus. Nicht allein das kräftigere Rot unterscheidet den neuen Zehner von seinen Vorgängern. „Es wurden neue, verbesserte Sicherheitsmerkmale eingearbeitet“, sagt Peter Griep, Präsident der Hamburger Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank.

Der aufgefrischte Zehner ist der zweite der neuen Europa-Serie. Im Mai 2013 wurde bereits die zweite Auflage der Fünf-Euro-Banknote mit den verbesserten Sicherheitsmerkmalen in den Umlauf gebracht. Neben den bisherigen Elementen sind drei zusätzliche auf den neuen Scheinen zu finden: Die Smaragdzahl, das Porträt-Wasserzeichen und das Porträt-Hologramm (siehe Grafik).

Ebenfalls verändert wurde die Fühlbarkeit der Scheine. An den schmalen Seiten sind Prägungen angebracht. „So können auch Menschen mit eingeschränkter Sehtüchtigkeit den Schein auf Anhieb identifizieren“, sagt Griep bei der offiziellen Vorstellung der Banknote in Rostock. Der neue Zehner ist griffiger und fester. Das liegt an der neuen Lackierung des Scheins. Dadurch soll er wesentlich länger haltbar bleiben als sein Vorgänger.

Bis 2019 sollen alle Scheine abgelöst sein

Und noch etwa ist anders: Wegen der neu hinzugekommenen EU-Staaten ist das Kürzel der Europäischen Zentralbank (EZB) nun auch in kyrillischen Buchstaben zu lesen. Gleich hingegen bleibt die auf der Banknote abgebildete romanische Architektur und auch der Farbton ist - vom Farbverlauf abgesehen – derselbe geblieben. Optisch ist es also keine grundlegende Veränderung. Die Scheine der alten Serie verlieren nicht ihre Gültigkeit, müssen also nicht in den Banken umgetauscht werden.

In gut 18 Monaten steht dann die nächste Neuauflage an. Dann ist die 20-Euro-Banknote dran. Bis 2019 sollen alle Geldscheine der ersten Edition durch die Europa-Serie abgelöst sein. Dass die Überarbeitung stufenweise vorgenommen werde, sei vor allem der Logistik geschuldet, sagt Peter Griep.

D-Mark wird immer noch umgetauscht

In Deutschland ist Bargeld immer noch die beliebteste Art zu zahlen. Dementsprechend viel Münzen und Scheine sind im Umlauf. Dass diese trotzdem fast alle ordentlich aussehen – also sauber und unbeschädigt sind – ist der Deutsche Bundesbank zu verdanken. Bei der Prüfung werden auch Sicherheitsmerkmale erfasst, die dem Bürger nicht bekannt sind. „Damit können wir uns sicher sein, dass zumindest wir die Fälschungen immer erkennen können“, sagt Peter Griep.

So wurde im ersten Halbjahr 2014 wieder mehr Falschgeld entdeckt. „Aber noch ist das nicht besorgniserregend“, versichert Griep. Die Hälfte aller „Blüten“ sind dabei Fünfziger. Auf 10 000 Einwohner kommen sechs Fälschungen im Jahr. Geldfälscher arbeiten laut Falschgeld-Experten Stephan Garbe größtenteils im Ausland. Nur einer von zehn nachgemachten Scheinen kommt aus Deutschland.

Doch allen neuen Euro-Serien zum Trotz: Noch immer wird die einstmals geliebte Deutsche Mark (DM) eifrig umgetauscht. In diesem Jahr wurden schon rund 213 000  DM zur Bundesbank gebracht. „Da war alles dabei, vom einzelnen Pfennig – Umtauschwert ist ein Cent – bis hin zu 15 000 DM auf einen Schlag“, sagt Peter Kolzarek, Filialleiter  in Rostock. Größere Beträge stammen meist aus den Nachlässen von verstorbenen Verwandten. 

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