Genaue Prüfung kann sich lohnen:

Den Steuerbescheid nicht einfach abheften

Wenn das Finanzamt den Steuerbescheid schickt, sollten Steuerzahler ihn genau prüfen. Denn wenn er Fehler enthält oder noch nicht rechtskräftig ist, kann er sich noch ändern. Wer Einspruch einlegt, bekommt unter Umständen sogar Geld zurück.

Den Steuerbescheid genauer unter die Lupe zu nehmen, kann sich lohnen. Denn nicht immer sind die Berechnungen des Finanzamts auch tatsächlich richtig. Dann sollte Einspruch erhoben werden.
Andrea Warnecke Den Steuerbescheid genauer unter die Lupe zu nehmen, kann sich lohnen. Denn nicht immer sind die Berechnungen des Finanzamts auch tatsächlich richtig. Dann sollte Einspruch erhoben werden.

Wer seinen Steuerbescheid bekommt, heftet ihn oft einfach ab. Doch es lohnt sich, einen genauen Blick auf das Dokument zu werfen. Zum einen könne das Finanzamt in dem Bescheid Auflagen festsetzen, etwa über regelmäßige Vorauszahlungen, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Zum anderen kann es sein, dass der Steuerbescheid noch nicht rechtskräftig ist – er also entweder in einzelnen Punkten oder sogar komplett offen ist.

Das ist oft der Fall, wenn der Bescheid einen sogenannten Vorläufigkeitsvermerk in den Erläuterungen enthält. Dann wird über die aufgeführten Punkte in einem Musterverfahren noch entschieden. „Fällt das Urteil der Richter zugunsten der Steuerzahler aus, erhalten diese gegebenenfalls bereits gezahlte Steuern zurück“, erklärt Katharina te Heesen vom Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen. Steht der Bescheid unter Vorbehalt der Nachprüfung, ist er in allen Punkten noch offen. „Theoretisch sind auch noch Jahre später Nachforderungen möglich“, sagt Wolfgang Wawro vom Deutschen Steuerberaterverband.

Änderungen sind hier denkbar, bis das zuständige Finanzamt den Vorbehalt aufhebt oder bis die Festsetzungsverjährungsfrist von in der Regel vier Jahren abgelaufen ist. „Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Einkommensteuererklärung eingereicht wurde“, ergänzt Rauhöft. Wenn man die Steuererklärung für 2015 also im Mai 2016 abgegeben hat, endet die Frist am 31. Dezember 2020.

Einspruchsfristen aber auch Pflichten beachten

Wer den Bescheid erhält, sollte ihn außerdem auf Fehler überprüfen. „Das können Zahlendreher, eine falsch berechnete Steuerschuld oder falsch veranlagte Aufwendungen sein“, sagt te Heesen. Häufige Fehlerquellen sind auch Daten, die Dritte übermittelt haben – zum Beispiel wenn der Arbeitgeber, der Rentenversicherungsträger, die Krankenversicherung oder die Bank Beträge dem Fiskus meldet.

Auch wenn es mühsam erscheint: „Zum Abgleich der Daten sollten Steuerzahler eine Kopie ihrer eingereichten Einkommenssteuererklärung neben den Bescheid legen und alles Punkt für Punkt durchgehen“, empfiehlt te Heesen. Alte Belege sind für den Vergleich ebenfalls hilfreich. Tauchen Widersprüche auf, sollten Betroffene beim Finanzamt nachfragen und gegebenenfalls Einspruch einlegen.

Das gilt auch, wenn der Fiskus Ausgaben gestrichen oder an anderer Stelle eingetragen hat. Ein Einspruch ist kostenlos per Brief oder Fax, aber auch per E-Mail oder über das Elster-Online-Portal möglich.

Für den Einspruch haben Steuerzahler jedoch meist nicht viel Zeit. „Er muss innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids schriftlich beim Finanzamt eingegangen sein“, sagt Wawro. Das ist auch sinnvoll, wenn Steuerzahler wichtige Unterlagen – etwa eine Spendenquittung – vergessen haben.

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