gekündigte Altverträge:

Hat der Bausparvertrag noch eine Zukunft?

Tausenden Bausparern sind Kündigungen ins Haus geflattert. Dagegen wehren sie sich vor Gericht. Nur selten haben sie Erfolg.

Banken versuchen sich aus alten Bausparverträgen heraus zu winden.
Andrea Warnecke Banken versuchen sich aus alten Bausparverträgen heraus zu winden.

Weil die Zinsen heute deutlich niedriger sind als früher, versuchen Banken Kunden mit alten Bausparverträgen loszuwerden. Die Finanzinstitute haben insgesamt schon etwa 200 000 Altverträge gekündigt.

Nach Angaben des Verbands kam es bisher zu 970 Klagen gegen die Kündigungen. Bisher habe es 89 Urteile von Amts- oder Landgerichten zu Altverträgen in Deutschland gegeben. In 79 Fällen hätten die Bausparkassen Recht bekommen, in zehn Fällen die Kläger.

Urteile haben wenig Aussagekraft

Nach Angaben von Verbraucherschützern sagten die Urteilszahlen allerdings wenig aus, weil viele Entscheidungen von denselben Kammern stammten und zahlreiche außergerichtliche Vergleiche, die im Sinne der Kläger gehalten sind, in den Zahlen überhaupt nicht enthalten seien. „Wenn die Bausparkassen sehen, da kommt wohl ein negatives Urteil, dann lenken sie in Vergleichen ein und verlängern die Vertragslaufzeit“, so Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Dies sei für die öffentliche Debatte insofern schlecht, als dass Stillschweigen vereinbart ist und dadurch diese Zahlen nicht bekannt werden.

 

 

 

 

 

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