Mehr Geld jeden Monat:

Richtige Steuerklasse füllt das Portmonee

Einmal im Jahr können Ehepartner die Kombination ihrer Steuerklassen verändern. Das zahlt sich vor allem dann aus, wenn einer deutlich mehr verdient.

Die Steuerklasse zu wechseln, kann sich lohnen – nicht nur für frisch verheiratete Paare.
Andrea Warnecke Die Steuerklasse zu wechseln, kann sich lohnen – nicht nur für frisch verheiratete Paare.

Wer noch in diesem Jahr seine Steuerklasse wechseln möchte, sollte sich beeilen. „Der Antrag auf einen Wechsel muss bis spätestens 30. November beim Finanzamt sein“, sagt Matthias Hetche, Lohnsteuerexperte bei der Oberfinanzdirektion (OFD) in Niedersachsen. „Nur dann kann der Arbeitgeber die neue Steuerklasse bei der Lohnabrechnung für Dezember berücksichtigen.“ Durch einen Steuerklassen-Wechsel können sich Ehepaare und eingetragene Lebenspartner ein höheres Nettoeinkommen sichern und müssen nicht warten, bis sie per Steuererklärung Geld zurückbekommen.

„Nach der Heirat teilt das Finanzamt beiden Partnern die Steuerklasse IV zu“, erklärt Hetche. „Hier bekommen sie vom Brutto genauso viel abgezogen wie vorher in Klasse I.“ Das sei für Partner mit gleichem Einkommen optimal. Steuere jedoch einer von beiden 60 Prozent oder mehr zum Haushaltseinkommen bei, zahle sich ein Wechsel aus. „Der Besserverdiener wählt dann Klasse III mit niedrigeren Abzügen“, sagt Markus Deutsch vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. „Im Gegenzug bekommt der andere, in klassischen Ehen meist die Frau, die Klasse V.“ Obwohl dort mehr abgezogen werde, stehe unterm Strich ein Plus.

Da diese Regelung viele Frauen davon abhielt, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, führte der Gesetzgeber 2010 die Kombination IV/IV plus Faktor ein. Diese ist jedes Jahr aufs Neue zu beantragen und berücksichtigt stärker die tatsächlichen Einkommensverhältnisse. Ein Wechsel der Steuerklassen ist möglich, wenn beide Partner abhängig beschäftigt sind oder einer selbstständig.

Ein Wechsel steht auch Alleinerziehenden in der Steuerklasse I offen: „Sie haben Anspruch auf Steuerklasse II, wenn in ihrem Haushalt mindestens ein Kind lebt, für das sie Kindergeld bekommen“, sagt Markus Deutsch vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Ob jemand ledig, verheiratet, getrennt lebend oder verwitwet sei, spiele keine Rolle.

Die Vorteile in Klasse II reduzierten ebenfalls die Höhe der Lohnsteuer. Grundsätzlich erlaube das Finanzamt Steuerzahlern einen Wechsel pro Jahr, erklärt Matthias Hetche.