Altersvorsorge:

Riester vererben – Was bleibt den Hinterbliebenen?

Stirbt ein Riester-Sparer, können nahe Angehörige nur unter bestimmten Voraussetzungen das angesparte Vermögen erben und die staatliche Förderung behalten. Bereits beim Vertragsabschluss gibt es einiges zu beachten.

Wer eine Riester-Rente abschließt, sollte auch an seine Angehörigen und den eigenen Todesfall denken.
Andrea Warnecke Wer eine Riester-Rente abschließt, sollte auch an seine Angehörigen und den eigenen Todesfall denken.

Nach dem Tod eines Angehörigen sind Hinterbliebene meist erst einmal mit anderen Fragen als der Altersvorsorge beschäftigt. Doch irgendwann geht es dann auch darum. Ehepartner oder nahe Verwandte von einem verstorbenen Riester-Sparer müssen etwa klären, ob sie das angesparte Kapital bekommen und was mit der staatlichen Förderung passiert - die bei einigen Verträgen den Großteil des Vorsorgevermögens ausmacht. Das hängt vom Todeszeitpunkt, den Vertragsbedingungen und dem Riester-Produkt ab - Rentenversicherung, Fonds- oder Banksparplan. Entscheidend ist auch, wer erbt und wann in welchem Alter der Riester-Sparer verstirbt.

Grundsätzlich ist die Riester-Rente vererbbar, bestätigt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Meist dürfen Erben die staatliche Förderung nicht behalten - der Anbieter zahlt das Vermögen abzüglich der staatlichen Zulagen und Steuervorteile aus, erklärt Katharina Henrich von der Zeitschrift Finanztest.

Ausnahme: Ehepartner können das Vermögen inklusive der Förderung bekommen. Dafür müssen sie angesparte Kapital auf einen eigenen Vertrag übertragen lassen. Das kann ein bestehender oder neu abgeschlossener Vertrag sein. Dann fällt in der Regel auch keine Erbschaftssteuer an, informiert der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI).

Vermögen sollte für Altersvorsorge genutzt werden

Weitere Voraussetzung laut Henrich: "Sie müssen das Vermögen auch für ihre Altersvorsorge nutzen." Will der Ehepartner das Vermögen des Verstorbenen nicht dafür nutzen, kann er nur das Restvermögen erben - also das Kapital ohne Zulagen und die Summe der Steuervorteile, die der verstorbene Partner erhalten hat.

Hat der Versicherte eine Riester-Rentenversicherung muss er wissen: Er kann eine Rentengarantiezeit vereinbaren, stirbt er vor deren Ablauf, erhält der Ehepartner die Rente - jedoch nur bis zum Ende der Garantiezeit. Hat der Versicherte hingegen nichts vereinbart oder stirbt nach der vereinbarten Garantiezeit, bekommen seine Erben nach Angaben des BMAS in der Regel keine Leistungen.

Hat der Versicherte eine Hinterbliebenenrente mit dem Anbieter abgeschlossen, gehen die eingezahlten Beiträge sowie Überschüsse an die Kinder oder den Ehepartner. In diesem Fall zahle der Versicherer die Rente, ohne die staatliche Förderung nach dem Tod des Versicherten abzuziehen, erklärt Henrich. Ohne eine solche Vereinbarung fällt das Restkapital an den Versicherer, und die Erben gehen leer aus. Henrich gibt zu bedenken, dass der Hinterbliebenenschutz Geld kostet und die Rente schmälert. Außerdem gebe es diese Möglichkeit nicht bei Riester-Fonds- und Banksparplänen. Eine Risikolebensversicherung kann laut Stiftung Warentest für die finanzielle Absicherung der Familie eine Alternative sein.

Keine lebenslange Rente für Erben von über 85-Jährigen

Beim Banksparplan oder Fondssparplan gilt: Der Erbe erhält das angesparte Kapital nur, wenn der Riester-Sparer beim Todeszeitpunkt jünger als 85 Jahre ist. Danach wird der Banksparplan automatisch in eine Riester-Rentenversicherung umgewandelt. Diese lebenslange Rente können Erben nicht mehr beanspruchen.

Hat er keinen Riester-Vertrag im Programm hat, kann der Ehepartner nach Angaben des BMAS ein anderes zertifiziertes Produkt wählen. Der Anbieter ist nicht dazu verpflichtet, das Vermögen auf einen Vertrag des Hinterbliebenen zu übertragen. Er muss nicht die gleichen Konditionen anbieten - etwa einen guten verzinsten Garantiezins übertragen, erklärt Henrich.

Generell rät sie: Den Riester-Anbieter möglichst rasch über den Tod des Sparers zu informieren. Bei Uneinigkeiten können sich Hinterbliebene an Schlichter wenden - den zuständigen Ombudsmann für Versicherungen, für Investmentfonds oder für die jeweilige Bank.