Fahrrad-Versicherung:

So wird das Rad sattelfest versichert

Hunderttausende Fahrräder werden in Deutschland jährlich gestohlen und nur selten gibt es ein Wiedersehen. Können Versicherungen über den Verlust hinwegtrösten?

Ein einfacher Schnitt reicht bei vielen günstigen Fahrradschlössern und schon ist das Rad geklaut. Das passiert Tausendfach im Jahr – Versicherungen können helfen, wenn man den richtigen Schutz gebucht hat.
Andrea Warnecke Ein einfacher Schnitt reicht bei vielen günstigen Fahrradschlössern und schon ist das Rad geklaut. Das passiert Tausendfach im Jahr – Versicherungen können helfen, wenn man den richtigen Schutz gebucht hat.

Oft reichen wenige Minuten – und weg ist der geliebte Drahtesel. Mehr als 300 000 Mal schlagen Fahrrad-Diebe nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) pro Jahr zu. Für den Besitzer ist das eine böse Überraschung, wenn er aus dem Kino oder aus der Kneipe zurückkommt. Und: Nur zehn Prozent der Diebstähle werden aufgeklärt. Glücklich, wer eine Versicherung hat.

Doch viele Fahrradbesitzer bleiben auf dem Schaden sitzen, wie Gerald Archangeli, Vizepräsident des Bundesverbandes deutscher Versicherungskaufleute, weiß. „Bei Fahrraddiebstahl springt zwar die Hausratversicherung ein – doch nur, wenn das Rad aus einem verschlossenen Einzelkeller oder der Wohnung geklaut wurde.“ Dann bekommt der geschädigte Radler den Neuwert erstattet. Sind keine Einbruchsspuren nachweisbar, geht die Versicherung von einfachem Diebstahl aus und zahlt keinen Cent.

Die meisten Diebstähle geschehen jedoch nicht im Haus, sondern auf der Straße. „Damit das Rad auch hier versichert ist, muss der Besitzer seine Hausratversicherung um einen Fahrradschutz erweitern lassen“, erklärt Archangeli. Der kostet allerdings extra. Die Höhe des Aufpreises ist abhängig vom Wohnort und der Versicherungssumme.

Oft kein Schutz zwischen 22 und 6 Uhr

„Wer sich für den Extraschutz entscheidet, sollte darauf achten, dass dieser rund um die Uhr besteht“, rät Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Das ist bei Neuverträgen mittlerweile häufig der Fall – doch in älteren Policen ist die Zeit zwischen 22 und 6 Uhr oft vom Versicherungsschutz ausgenommen. Wer sein Rad nachts grundsätzlich auf der Straße abstellt, geht nach den alten Bedingungen bei einem Diebstahl leer aus.

Versicherungssumme ist oft begrenzt

Der Schutz für Räder ist jedoch stets auf einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme begrenzt – ein oder zwei, höchstens aber fünf Prozent. Wer also 30 000 Euro Hausrat versichert hat, bekommt bei einem Prozent Erstattung gerade einmal 300 Euro, bei üppigen fünf Prozent sind es auch nur 1500 Euro. „Für teure Räder und erst recht für Pedelecs reicht das nicht aus“, sagt Huhn.

Den vollen Wert des Rades erstatten Fahrradversicherungen. Eine Police kostet pro Jahr um die zehn Prozent des Kaufpreises. Entweder ist dafür nur das Diebstahlrisiko abgedeckt – oder auch Schäden durch Vandalismus oder den Klau einzelner Teile.

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