Euro-Serie:

Teil 5: Geld anlegen: Sicher oder ertragreich

Anleger haben es nicht leicht: Das Angebot an Finanzprodukten ist groß, Risiken und Kosten sind zum Teil nur schwer einzuschätzen. Um dennoch die richtige Anlageentscheidung treffen zu können, muss sich jeder Kunde schon vor dem ersten Treffen mit seinem Berater über einige Dinge klar werden.

Börse

 Wie viel Geld will ich anlegen? Wann brauche ich es wieder? Wie sicher soll es angelegt werden? Würde ich für die Chance auf eine höhere Rendite auch Verluste in Kauf nehmen? Der Anleger muss sich entscheiden, denn eines ist Fakt: „100-prozentige Sicherheit bei höchster Rendite und ständiger Verfügbarkeit des Geldes gibt es nicht“, erklärt Axel Drückler, Finanzexperte der Neuen Verbraucherzentrale MV, das „magische Dreieck“ der Geldanlage. Aus diesen drei Faktoren muss die ideale Mischung für den einzelnen Kunden gebildet werden. Doch welche Anlage punktet in welchem Bereich? Eine Übersicht:

Tagesgeldkonten:
Tagesgeldkonten sollten die Basis der Geldanlage bilden. „Das Geld ist täglich verfügbar. Durch diese Liquiditätsreserve ist man für die Eventualitäten des Lebens gerüstet“, erklärt Axel Drücker. Er rät dazu, auch wenn die Zinsen mit kaum mehr als 2 Prozent derzeit recht mager  sind. Auf dem Girokonto gebe es in der Regel gar nichts, während die Inflation am Wert des Geldes nagt. Kosten fallen für das Tagesgeldkonto nicht an.  Auch Geld auf dem klassischen Sparbuch ist kurzfristig verfügbar.

Festgeldkonten: Sind die existenzbedrohenden Risiken abgesichert und die Liquiditätsreserve gebildet, sollten weitere sichere Anlageformen das nächste Standbein der Geldanlage bilden. Dazu gehören Festgeldkonten. Der Anleger bekommt etwas höhere Zinsen, muss sich dafür aber auch ein, drei, fünf oder noch mehr Jahre binden. In der derzeitigen Niedrigzinsphase sollten es aber nicht mehr als drei Jahre sein, rät Axel Drückler. Wie das Tagesgeld sind auch die Festgeld-Einlagen mehrfach abgesichert. Die gesetzliche Einlagensicherung für alle Kreditinstitute liegt bei maximal 100 000 Euro pro Kunde. Zusätzlich sind Privatbanken dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen. Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben eigene Sicherungssysteme.

Bundeswertpapiere:
Zu den – nach menschlichem Ermessen – sicheren Anlagen gehören auch Bundeswertpapiere, weil die Bundesrepublik Deutschland als sehr sicherer Emittent (Ausgeber) gilt. Doch ob Bundesschatzbriefe, Tagesanleihe oder Obligationen – die Renditen sind derzeit aber sehr mager.

Fonds:
Investmentfonds legen das Geld der Sparer in verschiedenen Aktien an. Sie bieten die Chance auf eine höhere Rendite als bei den sicheren Geldanlagen. Dafür besteht das Risiko, Geld zu verlieren, wenn der Wert der Fondsanteile sinkt. Insofern sind sie nur etwas für Sparer mit einer gewissen Risikobereitschaft, die auch bei zwischenzeitlichen Abstürzen des Kurses noch ruhig schlafen können. „Mit der Dauer der Geldanlage wird das Verlustrisiko aber geringer“, betont Drückler. Wer das Geld in fünf oder sieben Jahren benötigt, sollte also besser nicht in Aktienfonds investieren. Wie bei der Geldanlage allgemein gilt auch für Investmentfonds: breit streuen, das Geld also in verschiedene Branchen, Länder usw. investieren. Für den Kauf von Fondsanteilen fallen in der Regel Ausgabeaufschläge und zum Teil weitere Gebühren an.
Kostengünstiger sind Indexfonds, die einen Index wie den DAX nachbilden. Auf lange Sicht schnitten diese bisher nicht schlechter ab als die meisten aktiv gemanagten Fonds. Doch mittlerweile würden viele Indexfonds den Index nicht mehr wirklich nachstellen, sondern andere Finanzinstrumente nutzen, so Drückler. „Das macht sie intransparenter und – weil die Konstruktion so komisch ist – risikovoller.“

Einzelaktien:
Einzelaktien sind nur etwas für Anleger, die sich intensiv mit ihrer Geldanlage beschäftigen und verhältnismäßig viel investieren wollen. „Wegen der Kosten bei Kauf und Verkauf sollte man pro Einzelaktie mindestens 3000 Euro anlegen“, so der Verbraucherschützer. „Für eine vernünftige Streuung sollten es wiederum acht bis zehn Einzeltitel sein, macht in der Summe also 24 000 bis 30 000 Euro.

Zertifikate: Zertifikate sind Anleihen. „Man gibt jemandem quasi einen Kredit. Ist er jedoch irgendwann zahlungsunfähig  wie seinerzeit die Lehman-Bank, ist das Geld weg“, so Drückler. „Abgesehen davon gibt es bei Zertifikaten unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten, so dass der Anleger kein Gefühl dafür entwickeln kann, wann er Geld verdient und wann er baden geht.“

Gold: Auch wenn der Preis des Goldes in diesem Jahr Rekordniveau erreichte, ist es keine sichere  Geldanlage, sondern eher eine spekulative. Allenfalls sollte ein sehr kleiner Teil des Vermögens in das Edelmetall gesteckt werden – für eine noch breitere Streuung der Geldanlage.  Der Goldpreis entwickelt sich nämlich unabhängig von anderen Anlageformen. „Gold bringt aber keine laufenden Erträge, sondern nur laufende Kosten für die Verwahrung“, nennt Axel Drückler einen anderen Nachteil.

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