Das sind Ihre Verbraucherrechte:

Wie lange bleibt mein Gutschein gültig?

Experten haben unsere Leser zu ihren Verbraucherrechten beraten. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

Darf man gekaufte Ware wieder zurückgeben, weil sie nicht gefällt?
Daniel Reinhardt Darf man gekaufte Ware wieder zurückgeben, weil sie nicht gefällt?

In einem Geschäft habe ich mir eine Jacke gekauft und zu Hause festgestellt, dass mir die Farbe doch nicht gefällt. Kann ich die Jacke zurückgeben oder umtauschen?

In vielen Geschäften können Sie zwar die Ware gegen Rückerstattung des Kaufpreises zurückgeben. Dazu ist der Verkäufer rechtlich aber nicht verpflichtet. Das erfolgt lediglich im Rahmen der Kulanz. Anders sieht es aus, wenn die Jacke einen Mangel hat. Dann gelten die Gewährleistungsrechte wie Nachbesserung oder Rücktritt vom Vertrag.

Zum Geburtstag bekam ich einen Gutschein geschenkt. Ich habe ihn aber nicht gleich eingelöst. Als ich damit einkaufen wollte, sagte der Verkäufer der Gutschein sei nicht mehr gültig. Welche Fristen gelten denn da?

Manche Händler setzen für die Einlösung des Gutscheins ein zeitliches Limit. Das sollte entsprechend deutlich auf dem Gutschein vermerkt sein. Grundsätzlich darf die Frist Gerichtsurteilen zufolge nicht zu kurz bemessen sein. Ein Jahr ist akzeptabel. Nach Ablauf der Frist können die Besitzer zwar nicht mehr die Einlösung des Gutscheins verlangen, haben aber Anspruch auf Erstattung des Geldwertes – allerdings nicht in voller Höhe.

Grundsätzlich verjähren bestehende Ansprüche aus unbefristeten Gutscheinen nach drei Jahren. Die Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Gutschein vom Händler ausgestellt wurde. Ein Gutschein aus dem Jahr 2015 ist folglich bis zum 31. Dezember 2018 gültig.

Als ich im Laden einen Rucksack zurückgeben wollte, wurde mir dort nicht der Kaufpreis zurückgezahlt. Mir wurde ein Gutschein angeboten. Ist das rechtens?

Wenn keine Rückgabe-Möglichkeit vereinbart wurde und kein Mangel vorliegt, dann ist das zulässig. Es ist die Kulanz des Verkäufers, den Rucksack zurückzunehmen. Er ist rechtlich dazu nicht verpflichtet, daher muss er auch kein Geld zurückzahlen.

Bei meinen neuen Schuhen lösten sich nach kurzer Zeit die Sohlen. Kann ich das reklamieren?

Innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Kauf muss der Verkäufer im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung für die Mangelfreiheit der Ware einstehen. Zeigt die Ware innerhalb der ersten sechs Monate einen Mangel, wird vermutet, dass dieser schon von Anfang an bestand und der Verkäufer somit dafür verantwortlich ist, ihn zu beheben. Danach muss der Käufer nachweisen, dass die Sache bereits beim Kauf defekt oder der Fehler bereits angelegt war.

Wie lange habe ich Garantie auf elektrische Küchengeräte? Ist das immer ein Jahr?

Garantie ist eine freiwillige Leistung des Herstellers. Sie kann zum Beispiel sechs Monate, ein Jahr oder zwei Jahre betragen. Schauen Sie in die Garantiebedingungen für Ihr Gerät, dort ist der Zeitraum festgelegt. Garantie ist nicht mit der Gewährleistung zu verwechseln. Diese beträgt laut Gesetz zwei Jahre.

Ich möchte mir gern ein gutes Fahrrad kaufen und bin unentschlossen, ob ich es im Internet bestelle oder lieber zum Händler gehe. Was raten Sie mir?

Das hängt ganz davon, was Ihnen beim Einkauf wichtig ist. Wenn Sie zum Beispiel Hilfe brauchen, um das für Sie passende Modell zu finden, ist es sicher gut, die Beratung des Händlers in Anspruch zu nehmen.

Ein guter Verkäufer hilft Ihnen zum Beispiel auch, Ihr Fahrrad individuell für Ihre Bedürfnisse zu gestalten. Oft können Bekannte Händler empfehlen, bei denen sie gute Beratung bekommen haben.

Ein guter Preis gilt wiederum oft als Pluspunkt für den Online-Kauf. Allerdings lassen sich viele Händler auch auf Preisverhandlungen ein, wenn der Kunde bei ihnen kauft. Problematisch ist es bei einem Online-Kauf oft, wenn es Reklamationen gibt: Wie schicke ich einen so sperrigen Gegenstand wie ein Fahrrad zurück?

Beim Kauf meines Computers bekam ich vom Verkäufer die Auskunft, dass ich den PC im Falle eines Mangels nur im Originalkarton zurückbringen kann. Stimmt das?

Wenn die Verpackung kein wertsteigernder Bestandteil ist, also zum Beispiel eine teure Parfümdose oder eine Uhr-Verpackung, muss der Händler die Ware auch unverpackt zurücknehmen. Es kann vom Kunden nicht verlangt werden, dass er sperrige Kartons aufhebt.

Mir ist am Telefon die Teilnahme an einem Gewinnspiel angeboten worden. Ich habe abgelehnt, mir aber Informationsmaterial zuschicken lassen. Jetzt behaupten die, ich hätte einen Vertrag geschlossen. Geht das denn so einfach?

Solche Verträge sind nur dann wirksam, wenn sie in Textform, das heißt, schriftlich, per Fax oder per E-Mail geschlossen werden. Ein Vertragsschluss am Telefon und ein Begrüßungsschreiben reichen nicht aus. Gewinnspielverträge, die nicht in Textform vorliegen, sind damit nichtig.

Im Internet habe ich einen Laptop gekauft. Der entspricht, wie ich schnell feststellte, aber doch nicht meinen Anforderungen. Wie lange kann ich den Kaufvertrag widerrufen?

Ihnen steht bei einem sogenannten Fernabsatzvertrag in den meisten Fällen ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Das heißt, Sie können den Vertrag innerhalb dieser Frist ohne Angabe von Gründen wieder lösen. Die Widerrufsfrist beginnt am Tag, nach dem man die bestellten Waren vollständig erhalten hat. Vorausgesetzt, der Händler hat Sie klar und verständlich über Ihr Widerrufsrecht informiert, bevor Sie Ihre Bestellung abgegeben haben.

Hat der Händler das versäumt, beginnt die Widerrufsfrist erst zu laufen, wenn er die Belehrung in Textform nachholt. Haben Sie gar keine Belehrung dazu erhalten, erlischt Ihr Widerrufsrecht spätestens ein Jahr und 14 Tage, nachdem Sie die Ware erhalten haben.

Mein Fitnessstudio-Betreiber verbietet mir, eigene Getränke zum Training mitzubringen. Stattdessen soll ich die doch recht teuren Angebote im Fitnessstudio nutzen. Der Betreiber beruft sich auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Ist das in Ordnung?

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass solche Klauseln in den AGB den Kunden unangemessen benachteiligen. So haben es zumindest das Landgericht Stade und das Oberlandesgericht Brandenburg gesehen. Auch in einer Hausordnung wären solche Klauseln unwirksam.

Die Gerichte haben aber angedeutet, dass solche Vertragsklauseln nicht zu beanstanden sind, wenn das Fitnessstudio Getränke zu handelsüblichen Preisen anbietet. Zudem sind Getränkeverbote, die aus Sicherheitsgründen ergehen, zum Beispiel Glasflaschen, nicht zu beanstanden.

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