Private Altersvorsorge:

Worauf man beim Riester-Wechsel achten muss

Riester-Rente ist für viele Menschen ein Baustein ihrer privaten Altersvorsorge. Wie jedes Sparprodukt gehört sie regelmäßig auf den Prüfstand. Gelegentlich kann ein Anbieterwechsel sinnvoll sein. Verbraucher sollten dabei aber Probleme einkalkulieren.

Vom einen in den anderen Vertag? Für Riester-Kunden ist das nicht immer so einfach möglich. Wechselwillige sollten sich darauf einstellen, Hürden zu nehmen.
Andrea Warnecke Vom einen in den anderen Vertag? Für Riester-Kunden ist das nicht immer so einfach möglich. Wechselwillige sollten sich darauf einstellen, Hürden zu nehmen.

Der Ruhestand steht kurz bevor und die Auszahlung der Riester-Rente an. Was tun mit dem Geld? Beim bisherigen Anbieter bleiben oder einen neuen suchen, der das über Jahre angesparte Kapital zu besseren Konditionen verrentet? Ein Wechsel zu Beginn der Auszahlungsphase ist im Riester-Renten-Gesetz verankert. Trotzdem müssen Sparer meist Hindernisse überwinden. Erst recht, wenn sie ihr Geld noch während der Ansparzeit zu einem anderen Anbieter schieben wollen.

Zwei Faktoren machen Wechsel unattraktiv

Knackpunkte sind Kosten und Verzinsung. „Anleger sollten sich unbedingt erkundigen, ob und in welcher Höhe Kosten für eine Kapitalübertragung anfallen“, empfiehlt Antje Scherbarth von der in Brandenburg an der Havel ansässigen Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA).

"Außerdem wird in den neuen Verträgen die steigende Lebenserwartung eingerechnet. Die garantierte Riester-Rente sinkt automatisch, weil das angesparte Kapital länger halten muss“, erläutert Stefan Albers, Präsident des Bundesverbands der Versicherungsberater (BVVB). Der Doppeleffekt von geringerem Ertrag und höherer Lebenserwartung plus Gebühren macht nach Einschätzung von Albers „eine Kapitalübertragung von A nach B unter dem Strich unattraktiv“.

Ein Transfer kurz vor knapp ist kaum möglich

Derzeit kämpfen Verbraucher nach Einschätzung der Stiftung Warentest zudem mit weiteren Schwierigkeiten: „Es gibt kaum Versicherer, die das Ersparte fremder Riester-Kunden in eine Rente umwandeln wollen“, konstatiert Katharina Henrich von „Finanztest“. Es hapere an Vergleichsangeboten, weitere Hürden seien Mindestlaufzeiten oder Altersgrenzen. Ein Wechsel kurz vor knapp ist demnach lediglich selten drin. Wer dennoch wechseln will, sollte laut „Finanztest“ darauf achten, dass die Mindestlaufzeit möglichst kurz und die Höchstaltersgrenze möglichst hoch angesetzt ist.

Es gibt Alternativen zum Wechsel. Wer zum Beispiel einen Banksparplan mit niedriger Rente erwartet, kann sich die Summe auf einen Schlag auszahlen lassen, ohne die staatliche Förderung zu riskieren. Stefan Albers erläutert die Voraussetzung: „Die monatliche Zahlung muss unter der gesetzlichen Kleinstbetragsrente bleiben.“ Diese liegt in Westdeutschland bei 28,35 Euro monatlich und im Osten bei 24,15 Euro. Das fällige Riester-Kapital kann dann genutzt werden, um sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen. Der Aufwand, lange nach einem passenden Wechselangebot oder neuen, schlechter verzinsten Anlagemöglichkeiten zu suchen, fällt weg.

Wechsel muss vor dem Auszahlungsbeginn erfolgen

Formal ist ein Anbieterwechsel bei der Riester-Rente zu Beginn der Auszahlphase einfach. Ist ein neuer gefunden, genügt es der ZfA zufolge, dem bisherigen Anbieter eine Willenserklärung zu schicken. Dabei muss die im Vertrag stehende Kündigungsfrist beachtet werden. Außerdem muss der Schritt erfolgen, bevor die Auszahlung des zu kündigenden Vertrags losgeht. Die Anbieter tauschen die Daten untereinander aus und melden die Kapitalübertragung der ZfA.