Wie die Symptome gelindert werden können:

Auch die Seele leidet bei Schuppenflechte

Zwei Millionen Menschen leiden an Schuppenflechte. Wie kann ihnen geholfen werden?

Die wichtigsten Symptome: Rote Flecken auf der Haut, die sich mit der Zeit verdicken und darauf helle Schuppen. Foto: Arno Burgi
Arno Burgi Die wichtigsten Symptome: Rote Flecken auf der Haut, die sich mit der Zeit verdicken und darauf helle Schuppen. Foto: Arno Burgi

Eine Bankangestellte zählt das Geld für einen Kunden ab. Ihre Nagelbetten sind stark gerötet und rissig. Die Nägel sind gelblich-braun verfärbt. Der Kunde rümpft die Nase und schaut unangenehm berührt zur Seite.

Solche Reaktionen erleben Patienten mit Schuppenflechte immer wieder. Sie leiden unter den Veränderungen ihrer Haut und unter der Stigmatisierung der Krankheit. Schuppenflechte gehört zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen. Ansteckend ist die medizinisch auch Psoriasis genannte Krankheit nicht.

Schätzungsweise zwei bis drei Prozent der Bevölkerung sind laut Thomas Rosenbach vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen zufolge betroffen. „Das wichtigste Symptom sind rote Flecken auf der Haut, die sich mit der Zeit verdicken“, erläutert er. „Darauf bilden sich typische silbrige Schuppen.“

Ursache ist meist eine genetische Veranlagung, eine Fehlfunktion des Immunsystems. Sie führt zu einem gutartigen, rasend schnellen Wachstum der Oberhaut. Bei einem gesunden Menschen brauchen die Zellen ab ihrer Entstehung in tiefer liegenden Hautschichten 28 Tage, um an die Hautoberfläche zu wandern und dort als kleine Hornhautschüppchen abgestoßen zu werden. Bei einem Schuppenflechte-Patient dauert der Prozess sieben Tage oder weniger. „Wann und in welcher Form und Ausprägung die Krankheit ausbricht, ist nicht voraussagbar“, erklärt Hans-Detlev Kunz vom Deutschen Psoriasis Bund. Jeder habe seine eigene Schuppenflechte. Genau das mache die Therapie schwierig. Alle bekannten Therapien zielen darauf ab, die Symptome zu lindern und neue Schübe zu vermeiden.

„Der erste Therapieschritt ist die Hautpflege“, sagt Sandra Philipp vom Psoriasis-Centrum an der Charité in Berlin.„Der Goldstandard sind heute Cremes, die Vitamin D und Kortison enthalten“, sagt Rosenbach.

Sind die Patienten in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt, geht es weiter: Eine Möglichkeit ist die Therapie mit vorsichtig dosierten UV-Strahlen. Auch die Psyche spielt eine große Rolle. „Oft lösen einschneidende Erlebnisse wie der Verlust eines Partners einen Schub aus“, sagt Philipp. Auch die Krankheit selbst mit den als ausgrenzend empfundenen Reaktionen anderer Menschen sorgt bei Patienten für Stress. Solche Belastungen lassen sich kaum vermeiden. Wichtig ist, nach Entspannungsmöglichkeiten zu suchen.

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