Endocannabinoide:

Das Glück des Läufers im Visier der Forschung

Laufen, laufen, laufen – und plötzlich stellt sich ein Hochgefühl ein. Deutsche Forscher haben jetzt eine neue Theorie aufgestellt, wie es zu diesem euphorischen Zustand kommen kann.

Tausende quälen sich jährlich über die Marathon-Distanz, wie hier im Bankenviertel von Frankfurt (Main). Während auf viele nach etwa 35 Kilometern der „Mann mit dem Hammer“ wartet, laufen sich andere in einen regelrechten Rausch.
Arne Dedert Tausende quälen sich jährlich über die Marathon-Distanz, wie hier im Bankenviertel von Frankfurt (Main). Während auf viele nach etwa 35 Kilometern der „Mann mit dem Hammer“ wartet, laufen sich andere in einen regelrechten Rausch.

Langläufer kennen es – dieses Glücksgefühl, das den Schmerz und die Anstrengung vergessen lässt. Ein Glücksgefühl, das auch manche Sportler förmlich süchtig macht, wie Sportpsychologen warnen. Oft wird die Ausschüttung körpereigener Endorphine als Ursache für das Runner’s High (Läuferhoch) genannt. Mannheimer und Hamburger Wissenschaftler um Johannes Fuß vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Eppendorf und Peter Gass vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim haben jetzt andere körpereigene Stoffe, die sogenannten Endocannabinoide, stärker ins Spiel gebracht.

Nach ihren Angaben können die im Blut ausgeschütteten Endorphine die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren und damit auch nicht die Effekte auslösen. Anders sehe es aber bei den lipophilen Endocannabinoiden aus, deren Werte im Blut von Läufern ebenfalls ansteigen. In Experimenten sei es erstmals gelungen nachzuweisen, dass das Läuferhoch bei Mäusen mit den Cannabinoid-Rezeptoren zusammenhänge, sagt Fuß. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften.

Die Langstreckenmäuse waren laut Studie weniger schmerzempfindlich und weniger ängstlich als die Kontrollgruppe.

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