Digitalisierung im Gesundheitswesen:

Die Zukunft der Apotheke

Nach anfänglicher Aufregung haben sich die deutschen Apotheker mit dem Versandhandel arrangiert. Doch das Thema bekommt wieder mehr Brisanz. Ruppert Mayr hat die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Marijan Murat Der Einkauf über Versandapotheken nimmt – allerdings gibt es auch Nachteile, beispielsweise die Lieferzeit.

Wer kann eine Versandapotheke betreiben?

In Deutschland nur, wer eine Apotheken-Niederlassung hat. Derzeit gibt es bundesweit rund 20  200 Apotheken, 2900 mit Versandhandelserlaubnis. Wie es bei der ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände) heißt, ist die Zahl der erteilten Versandhandelslizenzen rückläufig. 2013 waren es noch rund 3000 Lizenzen. Nur rund 150 Apotheker nutzen diese Erlaubnis auch tatsächlich und sind ständig im Netz anzutreffen. Das sind weniger als ein Prozent der Apotheken.

Was schätzen die Patienten an der Versandapotheke?

Nach einer Umfrage des YouGov-Instituts im Auftrag des Versandapothekenverbandes nutzen heute insgesamt mehr als 40 Prozent der Bundesbürger Online- oder Versandapotheken. Unter den 35- bis 44-Jährigen sind es 49 Prozent. Befragte in der Vorstadt oder auf dem Land kaufen häufiger online ein, als Menschen in Stadtzentren. Das könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass die Apotheke quasi mit dem Landarzt mehr und mehr aus der Fläche verschwindet. Auch chronisch Kranke, die einmal im Monat oder Quartal ihr Rezept beim Arzt holen, haben genügend Vorlauf, um zwei, drei Tage auf die Lieferung des Versandhandels warten zu können.

Wo sind die Nachteile des Versandhandels?

Gerade diese zwei, drei Tage Lieferdauer ist laut Umfrage ein wesentliches Manko des Versandhandels. Die Präsenzapotheke ist mit ihrem effektiven Großhandelssystem im Rücken deutlich schneller als die Online-Apotheke. Laut ABDA setzen auch chronisch Kranke, die auf Dauer bestimmte Medikamente brauchen oder gar mehrere gleichzeitig, zu 88 Prozent auf ihre Stammapotheke. Die Patienten bevorzugten den persönlichen Kontakt, heißt es, in der Überzeugung: „Mein Apotheker weiß, was ich sonst noch so nehme.“

 

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