Belastung im Job:

Expertin: Stress verursacht Krebs und Haarausfall

Akku ist leer und der Urlaub steht an. Doch wie erholt man sich richtig und worauf sollte man achten? Matthias Lanin sprach mit der Greifswalder Psychologin Sandra Lemanski (35), die gerade eine Doktorarbeit zu dem Thema schreibt.

Stress im Beruf
Oliver Berg Stress im Beruf kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Erholungsphasen wie ein ausgedehnter Urlaub sowie gesunde Ernährung sind da sehr wichtig.

Was erforschen Sie?
Der Körper hat einen Schutzmechanismus, der ihn vor sogenannten Freien Radikalen schützt. Diese Fähigkeit wird als antioxidative Potenzial bezeichnet und ich erforsche, wie es sich messen lässt. Im Rückschluss könnte man vielleicht den Stresspegel eines Menschen objektiv messen und ihn positiv beeinflussen.

Wozu?
Wenn wir langfristig unter Stress stehen, gerät unser Stresssystem aus dem Gleichgewicht und das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen sowie unzählige Krankheiten steigt. Alterungsprozesse und selbst Krebs wird in diesem Zusammenhang in Betracht gezogen.

Das heißt, wenn wir Stress haben, altern wir schneller?
Ja, an den berüchtigten grauen Haaren, die man an einem anstrengenden und nervigen Arbeitstag bekommt, ist durchaus ein Körnchen Wahrheit dran.

Was können wir dagegen machen?
Eine große Rolle spielt die Ernährung. Gut untersucht ist zum Beispiel die positive Wirkung von Vitamin C, das selbst ein Antioxidans ist und andere antioxidative Prozesse unterstützt. Also Ernährung und ausreichend Bewegung versetzen den Körper in die Lage, mit Stress oder einer fordernden Umgebung besser umzugehen.

Wenn der Chef mich triezt, esse ich mehr Äpfel?
(lacht) Genau. Es ist sehr empfehlenswert sich auch bei Stress gesund zu ernähren, um dem Körper die entsprechenden Widerstandskräfte zuzuführen. Dazu gehört auch, das Essen nicht nebenbei am Arbeitsplatz zu verschlingen, sondern sich bewusst eine Pause zu gönnen.

Weil sich der Schutzwall generiert, wenn wir uns erholen?
Das tut er. Man kann in dem Punkt staffeln in kurzfristige und längere Erholungsphasen. Wichtig ist dabei aber, welche Aktivitäten in diesen Pausen ausgeführt werden. Die Forschung konnte zeigen, dass Sport und soziale Kontakte zu einem besseren Erholungseffekt führen, als wenn man den ganzen Tag nur relativ passiv vorm Fernseher sitzt.

Also Wildwasserrafting ist erholsamer als im Liegestuhl am Swimmingpool zu sitzen?
Ja. Man konnte zeigen, dass Sport nicht nur durch die Bewegung als solche, sondern auch durch die damit zusammenhängenden Erfolgserlebnisse einen stärkeren Erholungseffekt bewirkt als zwei Wochen herumzuliegen.

Wie misst man den Erholungseffekt?
Dafür wurden Skalen entwickelt, die vier Bereiche abfragen. Das ist zum Beispiel, wie gut man sich von Arbeitssachen löst, also abschaltet. Dann geht es darum, wie gut kann man sich entspannen, hat man Erfolgserlebnisse im Urlaub und wie gut ist die Kontrolle über die Aktivitäten. Anhand dieser vier Bereiche können wir ablesen, wie groß der Erholungseffekt für die jeweilige Person ist. Die Urlaubszufriedenheit spielt natürlich auch eine große Rolle.

Ein Optimist, der also generell öfter zufrieden ist, erholt sich leichter?
Es gibt wirklich Studien, die zeigen, dass Optimisten ein wenig gesünder und stressfreier leben. Das gilt auch für die Urlaubszeit.

Wie lange sollte ein Urlaub sein?
Eine definitive Regel gibt es nicht. Es kommt immer darauf an, mit was für einer Energiereserve gehen Sie jetzt in den Urlaub. Davon hängt es ab, ob Ihnen der Kurzurlaub oder der Zweiwochenurlaub hilft. Wenn Sie natürlich extrem unter Strom stehen, eine hohe Erholungsbedürftigkeit haben, brauchen Sie unbedingt eine längere Phase zum Erholen.

Woran merkt man, dass man fertig mit dem Erholen ist, dass man tiefen entspannt ist?
Sie fühlen sich fit und energiegeladen. Sie sind kaum noch müde und haben Lust auf neue Herausforderungen. Sie arbeiten nicht immer nur Listen ab und sind zufrieden mit sich selbst. Der Vergleich ist ja immer die Batterie, die Sie im Urlaub aufladen.

Ist das eine Frage der Einstellung oder wirklich organisch?
Beides. Eine Einstellungsfrage ist es, weil Sie eine andere Stimmung haben. Körperlich merken Sie es daran, dass Sie gewisse Kräfte haben und vital in den Tag starten.
 

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