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Für die Schönheit: So atmet die Haut auf

Auch mit 40, 50 oder 60 jung aussehen — wer will das nicht? Der Haut kommt dabei eine besondereRolle zu. Es gibt Möglichkeiten, wie man sie verfeinert und verjüngt.

Feuchtigkeit für die Haut: Injiziertes Hyaluron soll dafür sorgen, dass auch tiefere Schichten ausreichend versorgt werden.
Magdalena Rodziewicz Feuchtigkeit für die Haut: Injiziertes Hyaluron soll dafür sorgen, dass auch tiefere Schichten ausreichend versorgt werden.

Es gibt in der Beauty eine Reihe von Dingen, die machen erst glücklich, wenn sie unsichtbar sind: Fältchen und feine Linien gehören dazu – und die Poren. Diese Art Luftlöcher in Form eines mikroskopisch kleinen Trichters bilden das sichtbare Ende der Talgdrüsen und sorgen dafür, dass die Haut Sauerstoff aufnehmen kann. „Die Größe der Poren ist vor allem genetisch bedingt. Dahinter steckt nichts anderes als groß angelegte Talgdrüsen mit hoher Aktivität“, erklärt Professor Volker Steinkraus vom Dermatologikum Hamburg. „Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass man nichts dagegen tun kann.“

Pflegeprodukte sollten den Wirkstoff Vitamin A beziehungsweise seine Derivate enthalten, sagt Steinkraus. „Außerdem können Masken mit essigsaurer Tonerde oder Getreideextrakten, die Milchsäure enthalten, helfen.“

Beim Reinigen mit Bürsten ist Vorsicht geboten

„Verstopfungen an den Ausführungsgängen der Poren können Grobporigkeit verstärken, da der Talgabfluss behindert wird“, erläutert der Professor. „Dann ist intensive Reinigung mit stärker entfettendem Gel, Gesichtswasser und eine leichte, fettarme Pflegecreme angesagt.“

Reinigung ist generell ein wichtiges Thema bei Haut, die zu vergrößerten Poren neigt. Genau deshalb haben viele der modernen Gesichtsreinigungsbürsten, die mit Ultraschall arbeiten, auch spezielle Aufsätze extra für große Poren. Allerdings muss man hier aufpassen: Zu viel des Guten schadet nur. Denn wer die Haut einem ständigen, womöglich aggressiven Reinigungsprozess unterzieht, sorgt dafür, dass sie austrocknet. Die Folge: die Talgdrüsen machen Überstunden, der Teint wird erst recht fettig und grobporig.

Neben diesen Basics gibt es noch andere Verfahren, vergrößerten Poren zu Leibe zu rücken. Dazu zählt beispielsweise das Hydrafacial: „Bei dieser Methode werden Poren freigesaugt von Talk, Make-up-Resten oder tiefer sitzende Unreinheiten“, erklärt Filiz Christoph-Atas vom Hamburger Beauty-Studio „Adam & Eve“. Danach wird die Haut mit Seren von feuchtigkeitsspendender Hyaluronsäure und zellschützenden Antioxidantien behandelt. Eine abschließende Lichttherapie soll die Aufnahme der Wirkstoffe verstärken.

Darüber hinaus können auch Beauty-Tricks zu einem feineren Hautbild beitragen: „Pore Minimizer vermindern die Sichtbarkeit der Poren“, erklärt der Münchner Visagist Horst Kirchberger. „Durch Enzyme und Fruchtsäuren wird die Elastizität verbessert und die Haut mattiert.“

Alternativ kann man auch zu einem Primer mit verfeinernden Eigenschaften greifen. Den gibt es besonders häufig für ölige oder Mischhaut, weil diese Hauttypen meist zu vergrößerten Poren neigen. Primer werden vorm Auftragen des Make-ups benutzt und verfeinern nicht nur die Poren, sondern lassen auch Fältchen verschwinden und mattieren den Teint.

Sanftes Aufpolstern
geht auch von außen

Auch die Anzeichen der Hautalterung lassen sich mit gutem Ergebnis mindern. Feuchtigkeit ist eines der besten Mittel dabei. Sie sorgt dafür, dass die Haut von innen sanft aufgepolstert wird — kleine Fältchen verschwinden, der Teint wirkt glatter und straffer. Aber im Lauf der Jahre verliert das menschliche Gewebe seine Fähigkeit zur Feuchtigkeitsspeicherung.

Die sogenannte Tiefenhydration kann helfen: „Dabei wird die Haut von innen mit wertvoller Feuchtigkeit versorgt. Während der Behandlung werden Mikroreservoirs von stabilisiertem Hyaluron in die Haut injiziert“, erklärt Hautarzt Stefan Duve. „Diese weiche, gelartige Substanz absorbiert Wasser und versorgt die Haut auch in den tieferen Schichten.“ Mittlerweile ist die Beauty-Forschung soweit, dass die Säure auch von außen aufgenommen werden kann, durch Cremes und Seren.

Ein weiterer Baustein der jungen Haut ist das Kollagen. Das Protein ist mit rund
60 Prozent Hauptbestandteil des Bindegewebes und sorgt für dessen Elastizität, sprich die Straffheit. Die Kollagenproduktion lässt im Laufe der Zeit nach. Dagegen kennt die Kosmetik zwei Möglichkeiten: zum einen Cremes, die die körpereigene Produktion anregen.

Zum anderen gibt es minimal invasive Methoden. Eine Möglichkeit ist das sogenannte Medical-Needling. „Dabei werden die Selbsterneuerungs-Mechanismen der Haut auf natürlichem Weg aktiviert und die Neuproduktion von Kollagen- und Elastinfasern angeregt“, erläutert Roman Zirwen, Arzt für Ästhetische Medizin und Anti-Aging in Bremen.

Wichtig ist beim Medical-Needling eine sorgfältige Hygiene: Auch bei mikroskopisch kleinen Verletzungen kann es sonst zu Infektionen kommen. Das Risiko dafür wird aber als sehr gering eingestuft. Neben kosmetischen Maßnahmen wird ein weiterer Bereich innerhalb des Anti-Agings immer wichtiger: Gesunde Ernährung mit ausreichend Schlaf und Verzicht auf Nikotin sind immer noch die wirksamsten Faktoren gegen frühzeitiges Altern.