Selbsthilfe:

Gefühlen wieder Grenzen geben

Heute könnten sie Bäume ausreißen, morgen erscheint ihnen alles sinnlos und sie verkriechen sich. Zwischen diesen Extremen pendeln mindestens zwei Millionen Deutsche. Sie leiden an Bipolaren Störungen.

Neustrelitz. Jeder Mensch kennt Gefühlsschwankungen. Manchmal ist die Stimmung gut, manchmal eher schlecht. Menschen mit einer Bipolaren Störung leben jedoch mit sehr viel stärkeren Emotionswechseln. In ihren manischen Phasen fühlen sich die Betroffenen aufgekratzt und leistungsfähig, brauchen kaum Schlaf. Manche überschätzen sich selbst maßlos. In den folgenden depressiven Phasen fallen die Erkrankten in das sprichwörtlich tiefe Loch. Das Gefühlschaos birgt schwere Belastungen und bringt nicht selten auch das soziale Netzwerk der Betroffenen zum Zerreißen. Häufig vergehen Jahre, bis die Betroffenen eine Diagnose erhalten und ihnen geholfen werden kann.

„Neben den entsprechenden Therapien kann in dieser Situation der Austausch mit anderen Betroffenen sehr hilfreich sein“, erklärt eine Betroffene. Die Neubrandenburgerin engagiert sich in der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. und gehört zu den Mitinitiatoren einer Selbsthilfegruppe, die sich im Oktober in Neustrelitz formieren möchte. „In vertrauensvoller Atmosphäre soll hier ein Austausch zu allen Aspekten der Krankheit möglich sein“, beschreibt sie das Anliegen der Gruppe. Die Mitglieder könnten sich und anderen helfen und damit aktiv an der Verbesserung ihres Befindens arbeiten und ihren Gefühlen wieder Grenzen setzen. Denkbar seien auch Vorträge zu bestimmten Themen. „Viele Betroffene haben ähnliche Probleme beim Erhalt des Arbeitsplatzes, mit dem oder der Krankenversicherung“, weiß die Mitinitiatorin. Andere Themen sind die Therapiewahl oder die Stigmatisierung durch das Umfeld. Hier könne man sich gemeinsam schlau machen.

Zum Gründungstreffen seien nicht nur Erkrankte, sondern auch deren Angehörige und Freunde eingeladen, betonen die Initiatoren. Das erste Treffen der Selbsthilfegruppe Bipolare Störungen ist für den 21. Oktober um 19 Uhr im Familienzentrum Neustrelitz vorgesehen. Interessenten können sich in der Selbsthilfe-Kontaktstelle in der Useriner Straße 3 unter der Rufnummer 03981 20386 anmelden.

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