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Gesundheitsstudie kann kurzfristig Leben retten

Das Ziel ist ehrgeizig: 200 000 Menschen sollen bundesweit dazu bewegt werden, sich freiwillig untersuchen zu lassen. Die Hälfte haben die Mediziner bereits geschafft.

Bei Probanden, die ein MRT machen müssen, liegt die Untersuchungszeit bei über sechs Stunden.
Frank Rumpenhorst Bei Probanden, die ein MRT machen müssen, liegt die Untersuchungszeit bei über sechs Stunden.

Eigentlich ist die Nako-Gesundheitsstudie darauf ausgerichtet, langfristig Leben zu retten. Manchmal kommt es aber auch vor, dass Probanden kurzfristig vor dem Tod bewahrt werden, weil ein zuvor nicht diagnostiziertes Leiden entdeckt wurde. So habe eine Frau, die im Rahmen der Gesundheitsstudie der Nationalen Kohorte e.V. eingeladen worden war, über Kopfschmerzen geklagt, berichtete Professor Henry Völzke, Studienleiter. Die Dame wurde „in die Röhre geschoben”. Mittels einer Magnetresonanztomographie (MRT) wurde eine starke Blutung im Kopf entdeckt, die sofort operiert werden musste. „Ansonsten hätte die Frau die nächste Nacht wahrscheinlich nicht überlebt”, sagte Völzke am Montag im Neubrandenburger Klinikum.

In Neubrandenburg bereits 10 000 Probanden

Karin Jungbluth aus Neubrandenburg erhielt am Montag von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) als 10 000. Probandin in MV innerhalb von drei Jahren einen Blumenstrauß überreicht. „Es hat geklappt mit der Untersuchung, weil ich gerade Urlaub habe”, sagte die 33-Jährige. Immerhin müssen die Probanden fünf Stunden Zeit für diverse Untersuchungen einplanen. Kommt dann wie bei jedem Dritten noch ein MRT hinzu, sind es sogar mehr als sechs Stunden. Karin Jungbluth ist überzeugt davon, dass die Langzeitstudie Sinn mache. Die Probanden haben ein umfangreiches Programm zu bewältigen: Dazu gehören Befragungen, Gedächtnistests, die Abgabe von Blut-, Urin- und Stuhlproben sowie die Untersuchung von Herz, Kreislauf und Lunge.

Ziel der Mammut-Studie ist es, die Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Demenz oder Herzinfarkt besser nachvollziehen zu können. Es gehe auch darum, genetischen Einflussfaktoren auf die Spur zu kommen, sagte Völzke. Zugleich sollen aber auch Erkenntnisse über seltenere, schwerwiegende Leiden wie Parkinson oder Multiple Sklerose (MS) gesammelt werden. Mit ersten Untersuchungsergebnissen halten sich die Wissenschaftler noch zurück. Erst wenn die Daten aller 200 000 Probanden vorliegen, was für den Mai 2018 angepeilt wird, sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden.