Neue Höchstwerte für Chemikalie:

Kann ein gefährlicher Stoff in Kassenbons krank machen?

Es lauert in Plastikflaschen oder DVDs: Bisphenol A. Seit Langem streiten Forscher, wie schädlich die Chemikalie wirklich ist. Jetzt gibt es neue Höchstwerte. Vor allem Kinder sollen besser geschützt werden.

Durch Bons kommen Menschen in Kontakt mit der Chemikalie.
Jörg Carstensen Durch Bons kommen Menschen in Kontakt mit der Chemikalie.

Der empfohlene Grenzwert für die umstrittene Chemikalie Bisphenol A (BPA) ist deutlich verschärft worden. Sie steckt unter anderem in Kassenbons und Plastikgeschirr. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA setzte die tolerierbare Aufnahme des Stoffes von 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag auf vier herunter. Der Stoff könnte Erkrankungen des Hormonsystems sowie des Herzkreislauf- und Nervensystems auslösen.

Die Experten kamen jedoch zu dem Schluss, „dass BPA bei der derzeitigen Verbraucherexposition für keine Altersgruppe ein Gesundheitsrisiko darstellt“. Die Aufnahme über Ernährung oder durch verschiedene Quellen liege unterhalb der sicheren neuen Obergrenze, teilte die EFSA mit.

Macht der Stoff wirklich krank?

Dennoch sei der Stoff schädlich für Leber und Niere. Die Konzentration müsse allerdings um mehr als das Hundertfache über der neuen Obergrenze liegen.

Studien, die Bisphenol A als Ursache für andere Krankheiten nennen, sind laut EFSA weniger aussagekräftig. Folgen für die Fortpflanzungsorgane, das Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf-, Nerven- und das Immunsystem „werden nicht als wahrscheinlich erachtet“, könnten aber nicht ausgeschlossen werden. Das gelte auch für Krebs.

Auch in Möbeln oder Konserven kommt die Chemikalie vor

„Im Allgemeinen ist die Belastung für Kinder geringer als die 4 Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht und Tag“, bestätigte auch Chemikalien-Experte Andreas Gies vom Umweltbundesamt in Dessau. Dennoch sollte man Bisphenol A meiden. „Hauptquellen sind Innenbeschichtungen von Konservendosen sowie Polycarbonat im klaren Plastik, das in DVDs, Plastikgeschirr und Möbeln vorkommt“, erläuterte Gies. „Kassenbons sollten nicht in Kinderhände gelangen und nicht in Taschen zerknüllt werden.“

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