Damit es nicht ins Auge geht::

Lidrandentzündung braucht gute Pflege

Ein ständig tränendes und gereiztes Auge vermindert die Lebensqualität. Doch was hilft dagegen?

Hygiene ist der beste Schutz gegen eine unangenehme Lidrandentzündung. Foto: Franziska Koark
Franziska Koark Hygiene ist der beste Schutz gegen eine unangenehme Lidrandentzündung. Foto: Franziska Koark

Juckreiz, klebrig-verkrustete Augenlider nach dem Aufwachen, das Gefühl eines trockenen, gereizten Auges oder ständiger Tränenfluss – all dies kann zu einer dauerhaften Entzündung an der Lidkante gehören. Fachleute sprechen von chronischer Blepharitis. „Manche Patienten empfinden eine Blepharitis als sehr störend und quälend, andere beachten die Beschwerden gar nicht weiter“, sagt Prof. Christian Ohrloff, Pressesprecher der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Heidelberg. Wichtigstes Element der Behandlung ist eine behutsame und regelmäßige Pflege.

Während eine akute Lidrandentzündung plötzlich kommt und meistens durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird, könne eine chronische Blepharitis „Wochen, Monate, Jahre“ bestehen, sagt Prof. Thomas Reinhard von der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Zugrunde liegt den Beschwerden eine gestörte Funktion der Talgdrüsen. Pro Lid gibt es etwa 20 bis 25 davon. „Der Talg soll die Haut weichhalten, er ist aber auch wichtig für den Tränenfilm“, erklärt Ohrloff.

Die Ursachen einer chronischen Blepharitis sind nicht immer eindeutig. Eine schlechte Immunabwehr oder genetische Veranlagung können die Ursache sein. „Die Talgdrüsen produzieren falsche Fette, die nicht gut sind für den Tränenfilm, dann kann es wegen des Ungleichgewichts zu einer Besiedelung mit Bakterien kommen.“ Die Bakterien ihrerseits stellten bestimmte Enzyme her, die Fette auflösen. Dazu gehören Staphylokokken, die oft auf Haut und Schleimhäuten des Menschen vorkommen. Das Immunsystem schicke dann Zellen und Botenstoffe, eine „Entzündungskaskade“ gerate in Gang.

Anfällig für eine chronische Lidrandentzündung können Menschen mit Allergien oder Neurodermitis sein. In seltenen Fällen entdecken die Augenärzte beim genaueren Hinschauen Eier von Läusen an den Wimpern. Auch Kontaktlinsen können bei einer Blepharitis eine Rolle spielen.Das A und O der Behandlung ist die sorgfältige Lidrandhygiene, damit sich unter den Krusten keine Bakterien ansiedeln können und keine Entzündung bestehenbleiben kann, sagt Ohrloff. Am besten reinige man die Haut zwischen den Wimpern mit lauwarmem Wasser. Wärme für einige Minuten auf den Lidern helfen – etwa durch Wärmepads, die in der Mikrowelle auf etwa 40 Grad erhitzt werden.