Gerichtsurteil:

Mehr Hartz IV möglich bei Untergewicht

Wer ein krankheitsbedingtes Untergewicht hat, hat unter Umständen Anspruch auf höhere Hartz-IV-Leistungen. So sieht es jedenfalls das Landessozialgericht Aurich.

Wer aus medizinischen Gründen eine kostenaufwendige Ernährung benötigt, soll diesen Mehrbedarf auch gegenüber dem Jobcenter geltend machen können.
Jens Büttner Wer aus medizinischen Gründen eine kostenaufwendige Ernährung benötigt, soll diesen Mehrbedarf auch gegenüber dem Jobcenter geltend machen können.

Ein Mann leidet an einer chronischen Erkrankung. Diese führt dazu, dass er bei einer Körpergröße von 1,78 Meter nur noch knapp 50 Kilogramm wiegt. Das zuständige Jobcenter lehnte die Bewilligung von höheren Leistungen wegen einer kostenaufwendigen Ernährung allerdings ab.

Dieser Fall wurde vor dem Landessozialgericht Aurich verhandelt. Da es sich um eine Erkrankung handelt, könne der Betroffene höhere Hartz-IV-Leistungen beanspruchen. Denn in solchen Fällen kann die Ernährung sehr viel höhere Kosten verursachen, entschied das Landessozialgericht, wie die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) am Mittwoch mitteilte.

Die Berichte der Fachärzte legten nahe, dass das Untergewicht durch die chronische Erkrankung verursacht wurde, so das Gericht. Wer aus medizinischen Gründen eine kostenaufwendige Ernährung benötigt, könne diesen Mehrbedarf auch gegenüber dem Jobcenter geltend machen. Der Anspruch sei daher auch berechtigt, urteilten die Richter. Dabei sei pro Monat ein Mehrbedarf von zehn Prozent der Regelbedarfsstufe zu gewähren.

Az.: s 55 as 100/14

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