Nicht zu viel zumuten:

Mit Kindern über den Terror sprechen

Die Bilder und Nachrichten aus Paris sind schon für Erwachsene schwer zu ertragen. Aber auch Kinder bekommen all das oft mit und können es noch viel schwerer verstehen und einordnen. Was Eltern beachten sollten, wenn sie mit ihren Kindern über den Terror sprechen.

Szenen, die auch Kinder in diesen Tagen häufig mitbekommen. Eltern sollten mit ihnen über diese Geschehnisse reden, dabei aber sehr behutsam vorgehen.
Lukas Schulze Szenen, die auch Kinder in diesen Tagen häufig mitbekommen. Eltern sollten mit ihnen über diese Geschehnisse reden, dabei aber sehr behutsam vorgehen.

Gerade den Kleinsten macht das Angst, aber auch viele Jugendliche sind verunsichert. Für Eltern ist es eine große Herausforderung, das Thema mit Kindern zu besprechen.

Ganz wichtig sei, kleinen Kindern, etwa bis zum dritten Schuljahr, das Geschehen stark vereinfacht und mit gutem Ende zu erklären, sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Vor Bildern sollten Eltern ihren Nachwuchs so gut wie möglich schützen. „Die emotionale Wirkung von Bildern ist einfach enorm und zum Verständnis sind sie meist nicht relevant“, sagt Große Perdekamp.

Hintergründe wie politische Zusammenhänge seien für die kleineren noch nicht nachvollziehbar, Eltern sagen deshalb am besten etwas wie: „Dort haben böse Menschen andere angegriffen, weil sie mit der Politik in dem Land nicht einverstanden sind. Das ist falsch und ganz schlimm, aber die Polizei sucht die Leute und hat auch schon einige gefasst und die kommen dafür ins Gefängnis.“ Für Kinder ist dieses gute Ende ganz wichtig, um Ängste zu verringern.

Kindern und Jugendlichen niemals Angst vermitteln

Stattdessen sollten Eltern Sicherheit ausstrahlen – auch, wenn natürlich nicht garantiert ist, wie sich eine aktuelle Situation weiterentwickelt. Trotzdem können sie zum Beispiel erklären: „Hier zu Hause bei uns sind wir sicher.“ Auf keinen Fall sollten sie Angst zeigen oder Konsequenzen ankündigen wie: „Wir gehen jetzt besser nicht mehr zum Konzert.“

Ganz verhindern lässt sich die Konfrontation mit Bildern aber nicht. Mütter und Väter beobachten dann am besten zunächst, ob ihr Kind das überhaupt wahrnimmt und darauf reagiert. Falls ja, gilt auch hier: Darauf eingehen, aber Positives in den Vordergrund stellen. Große Perdekamp empfiehlt beispielsweise zu sagen: „Das ist ganz schlimm, was da passiert ist, aber es gibt viele Helfer. Ganz schnell waren Ärzte und die Polizei da, und den Menschen wurde geholfen.“

Auch Jugendliche sind durch die Nachrichten manchmal enorm aufgewühlt und verunsichert. Mit ihnen können Eltern ruhig detaillierter sprechen und auf Themen wie Religion und Werte eingehen, jedoch ohne dabei Angst zu vermitteln. „Und man sollte auch Jugendliche damit nicht alleinlassen“, sagt Große Perdekamp.