Untersuchung vorgelegt:

Radler mit Helm haben weniger schwere Kopfverletzungen

Macht ein Radhelm Sinn? Die Debatte wird in Deutschland seit Langem geführt. Neue Zahlen aus den USA stärken den Befürwortern den Rücken.

Wie sinnvoll Fahrradhelme oder gar ein Helmzwang überhaupt sind, ist auch unter Experten sehr umstritten. Bisher gibt es in Deutschland keine gesetzliche Helmpflicht.
Friso Gentsch Wie sinnvoll Fahrradhelme oder gar ein Helmzwang überhaupt sind, ist auch unter Experten sehr umstritten. Bisher gibt es in Deutschland keine gesetzliche Helmpflicht.

Radfahrer mit Helm kommen bei Unfällen vergleichsweise glimpflich davon: Sie erleiden deutlich weniger schwere Kopfverletzungen als helmlose Radler. Entsprechende Zahlen legten US-Forscher der Universität Arizona auf einem Chirurgenkongress in Chicago vor. Ihre Auswertung der Daten von mehr als 6200 Patienten, die nach einem Fahrradunfall ein Gehirntrauma erlitten, zeigt: Bei den Helmträgern ist das Risiko für schwere Hirntraumata und auch für einen tödlichen Ausgang des Unfalls um etwa 60 Prozent geringer.

„Wir wissen sicher, dass Helme Verletzungen bei Radunfällen vorbeugen können. Aber die wichtige Frage war: Wenn es trotzdem zu einer Kopfverletzung kommt, inwieweit schützt der Helm dann?“, betonte Co-Autor Ansab Haider. Dies konnten die Zahlen nun zeigen. „Wenn man die Gruppe derjenigen mit Hirnverletzung betrachtet, dann machte der Helm wirklich den Unterschied“, ergänzte Autor Bellal Joseph.

Insgesamt war nur ein Viertel der verunglückten Radler mit Helm unterwegs.

In Deutschland wird seit Langem über eine Radhelmpflicht diskutiert. Um sich vor schweren Kopfverletzungen zu schützen, ist nach Meinung der Deutschen Verkehrswacht und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ein Helm sinnvoll. Zugleich ist der ADFC aber gegen eine Helmpflicht, weil sie „weder durchzusetzen noch zu kontrollieren“ sei.