Ein neues Leben entsteht :

So entwickelt sich das Baby Monat für Monat

Für viele Menschen ist die Geburt ein Wunder der Natur. Wie das neue Leben entsteht, können Sie hier, Monat für Monat verfolgen.

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Peter Endig

 1. Monat (1. bis 4. Woche)
Schon wenige Stunden nach der Befruchtung teilt sich die Zelle zum ersten Mal. In den nächsten Tagen setzt sich diese Zellteilung immer weiter fort, ein kleiner Zellhaufen entsteht.

Dieser wandert durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Nach etwa fünf Tagen kommt er dort an. Ungefähr am siebten Tag verwachsen die Zellen der späteren Plazenta mit der Gebärmutterschleimhaut. Bereits jetzt stehen neben dem Geschlecht auch die Augen- und Haarfarbe des Kindes fest. Übrigens: Für das Geschlecht des Kindes ist allein der Mann verantwortlich. Die weibliche Eizelle besitzt immer ein X-Chromosom. Die Spermien des Mannes enthalten zu gleichen Teilen X- und Y-Chromosome. Gelangt bei der Befruchtung eine Samenzelle mit X-Chromosom in die Eizelle, wird es ein Mädchen, bei einer mit Y-Chromosom ein Junge. Jetzt kann bei der werdenden Mutter auch schon die morgendliche Übelkeit auftreten.

2. Monat (5. bis 8. Woche)
In diesem Monat beginnt das Herz zu schlagen. Der Kopf ist als Umriss zu erkennen, Beine, Arme, Finger und Zehen bilden sich heraus. Augen, Nase und Mund zeichnen sich ab. Bei vielen Frauen spannen jetzt die Brüste, möglicherweise zieht es auch in der Leistengegend – das sind die Mutterbänder. Sie halten die Gebärmutter und dehnen sich mit ihr mit.

3. Monat (9. bis 12. Woche)
Bereits jetzt sind alle Organe angelegt. Manche haben sogar schon ihre Arbeit aufgenommen: Die Nieren geben schon Urin ab, der Magen bildet Verdauungssäfte und auch das Herz hat viel zu tun. Der Embryo kann auch schon seine Arme und Beine bewegen. Auch das Gehirn wächst. Pro Minute werden mehr als 200 000 Nervenzellen gebildet. Die Lippen formen sich, die Augenlider entstehen und die Nase wächst hervor. Am Ende des Monats spricht man auch nicht mehr von Embryo, was so viel bedeutet wie Keimling, sondern von Fetus/Fötus für „Junges“ oder „Nachkomme“. Er ist jetzt etwa acht Zentimeter groß und 25 Gramm schwer.

4. Monat (13. bis 16. Woche)
Frauen, denen in den ersten drei Monaten oft schlecht wurde, können aufatmen: In der Regel ist diese „üble“ Zeit jetzt vorüber. Auch wenn die werdende Mutter es vermutlich noch nicht spürt: In ihrem Bauch geht es gerade rund. Das Baby strampelt mit Armen und Beinen, kann die Hände zu Fäusten ballen und Purzelbäume schlagen. All das ist gut fürs Gehirn und die Beweglichkeit. Der Hals bildet sich heraus, das Zwerchfell beginnt zu arbeiten. Das Baby übt jetzt nicht nur das Atmen, sondern auch das Schlucken und trinkt Fruchtwasser. Der Fetus ist jetzt etwa 15 Zentimeter groß und 200 Gramm schwer. Von nun an muss das kleine Wesen vor allem eines: wachsen.

5. Monat (17. bis 20. Woche)
Sich zu bewegen ist jetzt die Lieblingsbeschäftigung des Babys. Das ist wichtig, denn das fördert die Weiterentwicklung der Muskeln und den Aufbau der Feinmotorik. Das Baby merkt nun auch ganz genau, wenn seine Mama traurig, glücklich oder im Stress ist. Auch hören und am Daumen lutschen kann der Fetus jetzt schon. Seine Maße betragen nun  etwa 20 Zentimeter und 400 Gramm. In diesem Monat spüren werdende Mütter ihr Baby häufig zum ersten Mal. Und: Am Ende des Monats ist Halbzeit!

6. Monat (21. bis 24. Woche)
Das Baby hat ein erstes Spielzeug gefunden: Die Nabelschnur. Die Schwangerschaft ist nun nicht mehr zu übersehen. In seiner „Höhle“ hat das Kind aber noch genügend Platz. Die sogenannte Käseschmiere überzieht den Körper. Diese weiße Fettschicht, die man mitunter auch nach der Geburt noch sehen kann, schützt es vor dem Fruchtwasser. Am Ende des Monats misst das Baby etwa 30 Zentimeter und ist bis zu 800 Gramm schwer.

7. Monat (25. bis 28. Woche)
In diesem Monat legt sich das Baby ein Fettpolster an und baut seine Muskeln auf. Sein Gewicht klettert auf ungefähr 1000 Gramm. Das Skelett verhärtet immer stärker. Das Gewicht des Kleinen drückt zunehmend auf die Harnblase, deshalb müssen viele Schwangere häufig auf Toilette.

8. Monat (29. bis 32. Woche)
Nun wird es immer enger im Bauch. Deshalb spürt man jetzt auch das Strampeln und die Tritte viel deutlicher. Mitunter sieht man den Fuß oder die Hand auch als kleine Beule am Bauch. Fast alle Organe sind jetzt fast vollständig entwickelt. Nur die Lunge muss noch reifen. Wenn Licht auf den Bauch fällt, merkt das Baby den Lichtunterschied. Die Gebärmutter engt andere Organe wie den Magen ein. Das kann verstärkt zu Sodbrennen führen. Das Baby wiegt jetzt etwa 2000 Gramm und ist etwa 40 Zentimeter groß.

9. Monat (33. bis 36. Woche)
Das Baby genießt es, wenn es beim Gehen sanft hin- und hergeschaukelt wird. Am Ende des Monats ist die Lunge so gut wie ausgereift. Käme das Baby jetzt auf die Welt, hätte es gute Chancen, allein atmen zu können. In der 36. Woche wiegt der Fetus etwa 2800 Gramm und ist ungefähr 45 Zentimeter groß.

10. Monat (37. bis 40. Woche)
Auf in den Endspurt: Der Körper der Mutter versorgt das Kleine nun mit wichtigen Abwehrstoffen, die das Kind in den ersten Lebensmonaten zum Beispiel vor Erkältungen schützen. Das Kind misst nun in der Regel mehr als 50 Zentimeter und wiegt zwischen 3400 und 4000 Gramm. Die meisten Babys liegen schon mit dem Kopf nach unten. Begleitet von Senkwehen rutscht der Kopf immer tiefer ins Becken. Diese Wehen können sich wie Regelschmerzen anfühlen und aus dem Rücken, Bauch oder der Leiste kommen. Häufig spannt sich der Bauch dabei an. Manche Frauen spüren die Wehen aber auch gar nicht.

Übrigens: Nur vier Prozent aller Babys kommen genau am errechneten Geburtstermin zur Welt
 

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