Achtung Nebenwirkungen:

So gefährlich kann die Einnahme von Schmerzmitteln sein

Viele haben zu Hause ein rezeptfreies Schmerzmittel parat. Doch längerfristig sollten solche Medikamente ohne ärztliche Kontrolle nicht eingenommen werden.

Schmerzmittel schalten den Schmerz kurzzeitig aus. Dessen Ursache bekämpfen sie aber nicht.
Christin Klose Schmerzmittel schalten den Schmerz kurzzeitig aus. Dessen Ursache bekämpfen sie aber nicht.

Im Kopf hämmert es, ein Zahn pocht, und der untere Teil des Rückens tut höllisch weh: Schmerzen will jeder so schnell wie möglich loswerden. Um gewappnet zu sein, haben viele ein Schmerzmittel zu Hause auf Vorrat. Präparate zum Beispiel mit Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac oder Ibuprofen sind oft ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Doch die Arzneimittel haben einen Haken: Auch wenn sie den Schmerz kurzzeitig ausschalten, seine Ursache bekämpfen sie nicht. Außerdem können sie nach der Einnahme auch Nebenwirkungen auslösen.

Unterschieden wird zwischen akuten und chronischen Schmerzen. „Als chronisch werden Schmerzen bezeichnet, die seit mindestens drei Monaten regelmäßig auftreten und den betroffenen Patienten physisch, psychisch-kognitiv und sozial beeinträchtigen“, erklärt Julia Richter vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Kehren Schmerzen immer wieder, dann ist es unabdingbar, mithilfe eines Arztes den Auslöser hierfür zu finden.

Unkontrollierte Einnahme kann Risiko von Magenblutungen erhöhen

Akute Schmerzen sind zum Beispiel eine Migräne-Attacke oder Zahnweh. In solchen Fällen greifen Betroffene nicht selten zu einem rezeptfreien Schmerzmittel. Vorübergehend und in Maßen ist das häufig kein Problem. „Bestimmte Schmerzmittel können jedoch unmittelbar eine Magenschleimhaut-Entzündung auslösen“, erklärt Peter Walger. Er ist leitender Arzt für Internistische Intensivmedizin und Infektiologie an den Evangelischen Kliniken in Bonn. Nach seinen Angaben ist daher bei einer unkontrollierten Einnahme das Risiko von Magenblutungen verdoppelt bis vervierfacht. Eine Magenblutung kann im schlimmsten Fall eine notärztliche Behandlung erforderlich machen. Anzeichen sei etwa das Ausscheiden von Blut über den Stuhlgang. Nicht selten bleiben Magenblutungen aber unentdeckt und können später die Ursache von Eisenmangel und chronischer Blutarmut sein.

Es besteht außerdem das Risiko, die Nieren zu schädigen. „Auch steigt im Fall von Vorerkrankungen die Gefahr, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden“, sagt Walger. Wer ohnehin schon Medikamente schluckt, sollte stets Rücksprache mit einem Arzt halten.

Ein weiterer Grund zur Vorsicht: Das Präparat entfaltet nicht unbedingt die gewünschte Wirkung. „So gelten Paracetamol, Ibuprofen oder ASS als Entzündungshemmer“, erläutert Walger. Entzündungshemmer sind aber nicht selten bei Spannungskopfschmerzen oder Rückenschmerzen fehl am Platz. Hier helfen eher Physiotherapie, sportliche Betätigung oder einfach ein Spaziergang an der frischen Luft“. Bei Kopfschmerzen reicht es mitunter schon, ausreichend Wasser zu trinken.

 

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