Traumatisierte Tiere:

So wird aus dem misshandelten Bello wieder ein fröhlicher Hund

Angst, Aggression, Zerstörungswut: Solche Verhaltensweisen zeigen Hunde nach schweren Misshandlungen. Wer so ein Tier bei sich aufnehmen will, braucht viel Geduld.

Alleingelassen und eingesperrt: Auf so etwas reagieren Hunde noch Jahre später mit Angst und Aggression.
Tatyana Zenkovich Alleingelassen und eingesperrt: Auf so etwas reagieren Hunde noch Jahre später mit Angst und Aggression.

Enge Zwinger, kein Auslauf und vielleicht sogar Schläge: Hunde sind empfindsame Wesen. Werden sie nicht artgerecht gehalten, vernachlässigt oder misshandelt, kann das auf Dauer Spuren hinterlassen. „Genau wie beim Menschen können durch negative Lebensereignisse auch bei Tieren seelische Verletzungen und Traumata entstehen“, erklärt Barbara Schöning, Fachtierärztin für Verhaltenskunde und Tierschutz in Hamburg.

Die häufigsten Symptome sind Angst und Misstrauen, die das Tier ständig begleiten oder durch gewisse Reize – wie eine bedrohliche Körpersprache oder bestimmte Geräusche – ausgelöst werden. Ängste äußern sich durch körperliche Stresssymptome wie Zittern, Speicheln, starke Unterwürfigkeitsgesten oder sozialen Rückzug. Einige Tiere reagieren aggressiv. Dazu kommen Verhaltensauffälligkeiten wie Unsauberkeit, Selbstverletzung oder Bewegungsstereotypen, wie das ständige Jagen des eigenen Schwanzes.

Traumatisierte Hunde brauchen besondere Pflege

„Aufgrund ihrer speziellen Eigenheiten ist der Umgang mit Hunden, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, oft nicht einfach“, sagt Tierpsychologin Carmen Schmohl. Es gibt zwar aussichtslose Fälle. Ein Großteil der psychisch vorbelasteten Hunde kann jedoch seine Probleme überwinden. Voraussetzung dafür ist, dass sie in die richtigen Hände gelangen. Ein traumatisierter Hund sollte nicht bei jemandem leben, der viel unterwegs ist.

Körpersprache der Hunde verrät Gefühle

„Soweit möglich sollte man herausfinden, welche Negativerfahrungen der Hund genau gemacht hat“, rät Katja Klimek, Tierverhaltenstherapeutin in Heidelberg. Außerdem sei es ratsam, sich mit der Körpersprache von Hunden zu befassen. Um einem traumatisierten Tier die Angst zu nehmen, heißt es, zunächst sein Vertrauen zu gewinnen. Sobald man merke, dass der Hund sich öffnet und zutraulicher wird, könne man versuchen, sein Verhalten zu ändern.

Die Strategien, die es gibt, sind verhaltenstherapeutisch. Einen Hund, der Angst vor Geräuschen oder fremden Menschen hat, kann man diesen schrittweise immer mehr aussetzen, erläutert Schmohl. Nach und nach lerne das Tier, dass es sich davor nicht fürchten muss.Ergänzend zur Verhaltenstherapie können auch Medikamente mit beruhigender oder angstlösender Wirkung verabreicht werden.

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