Burnout-Prophylaxe:

Tipps gegen das Ausbrennen

Um es vorwegzunehmen: Aussteigen ist nicht die Lösung – aber Gehaltsabzug für Überstunden, sagt Psychologe Stephan Grünewald.

Überstunden sind Raubbau an der Kreativität, findet der Psychologe.
dpa Überstunden sind Raubbau an der Kreativität, findet der Psychologe.

Bevor Menschen in einen Burnout rutschen, sehnen sie sich oft nach einer einsamen Hütte im Wald oder nach einem anderen Ort, wo nichts mehr von ihnen verlangt wird. Tatsächlich geht es ihnen aber schon schlechter, wenn sie schon normalen Urlaub machen. Das Problem ist nicht der Stress, das Problem ist eine Rhythmusstörung. Die Betroffenen befinden sich in einer pausenlosen Überbetriebsamkeit, die sie selbst oft als Hamsterrad beschreiben. Wer so durchs Leben hetzt, bewegt sich auf einem gefährlichen Pfad, wie Psychologe Stephan Grünewald erklärt.

Aber was kann man tun? Im Grunde wisse das jeder intuitiv. Das Geheimnis bestehe in der Freude und im Interesse am Tun und in ausreichenden Pausen. Denn wenn die Arbeit als sinnvoll erlebt wird, fließt die Energie nicht in hektische Betriebsamkeit, sondern in den Schöpfungsprozess. Firmen, die von dem kreativen Potenzial ihrer Arbeitnehmer profitieren wollen, sollten Überstunden daher mit Argusaugen betrachten, rät der Psychologe. „Wer mehr als acht Stunden täglich am Arbeitsplatz verbringt, sollte mit Gehaltsabzug bestraft werden“. Überstunden seien Raubbau an der Kreativität, findet er.

Zum Glück wüssten sich die meisten Menschen aber auch in weniger erfüllenden Arbeitsverhältnissen zu schützen. Wird die Tätigkeit als sinnentleert erlebt, verlagern sie ihre Kreativität und den Erfindungsreichtum ins Privatleben, in die Hobbys, die Gartenarbeit oder ins Heimwerken, sagt Psychologe Grünewald. Aus Sicht des Arbeitgebers mag das dann ärgerlich sein, aus Sicht der Betroffenen sei es jedoch ein sinnvoller Burnout-Schutz.

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung