Verzicht auf Süßes, Plastik, Soziale Medien:

Was bringt das Fasten überhaupt?

Schon einen guten Vorsatz für die Fastenzeit? Vielleicht einen Klassiker wie kein Bier oder keine Süßigkeiten. Oder doch lieber etwas, von dem auch die Umwelt oder andere Menschen etwas haben? Hier ein paar Möglichkeiten, die Zeit bis Ostern bewusst zu gestalten.

Naschen, Trinken, Rauchen – viele Menschen in Deutschland wollen in der Fastenzeit auf etwas verzichten.
Dpa Naschen, Trinken, Rauchen – viele Menschen in Deutschland wollen in der Fastenzeit auf etwas verzichten.

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit – und viele Menschen überlegen sich, worauf sie in den Wochen bis Ostern verzichten könnten. Möglich ist alles, vom Verzicht auf Schokolade oder Alkohol über Konsumfasten bis hin zum Heilfasten mit Gemüsebrühe und Kohlsuppe.

Anbei eine Aufstellung beliebter Möglichkeiten, die jenseits aller theologischen oder gesellschaftlichen Aspekte alle eines gemeinsam haben: Sie bieten die Chance, sein Leben sieben Wochen lang bewusst umzugestalten mit dem Wissen, dass Ostern alles vorbei ist. Oder auch nicht – denn vielleicht wird aus dem Versuch eine Lebenseinstellung.

Süssigkeiten

Der Klassiker – bei Kindern wie bei Figurbewussten

Was es bringt: Einige Pfunde weniger auf den Hüften. Erholung für die Zähne. Geschmacksnerven werden sensibler für Süßes. Vorfreude auf Ostereier steigt. Möglicher Einstieg in eine bewusstere Ernährung.

Alternativen: Trockenobst, süße Früchte, Nüsse, Honig, Marmelade.

Härtegrad: 5, da Versuchungen überall locken.

Alkohol

Der Klassiker bei Erwachsenen

Was es bringt: Gewichtsabnahme, klarer Kopf, Überdenken der Trinkgewohnheiten

Alternativen: Saftschorlen, Wasser mit Zitronensaft und frischer Minze

Härtegrad: 3 bis 5

 

Zigaretten

Für viele der Einstieg in den Ausstieg

Was es bringt: Bessere Kondition, mehr Geld, frischer Atem

Alternativen: Kaugummis, Lollis

Härtegrad: Je nach Suchtfaktor 1 bis 5

 

Autofahren

Gutes Gewissen für Umweltbewusste

Was es bringt: Beitrag zur CO2-Reduzierung, stramme Waden und Fitness bei Umstieg aufs Fahrrad, mehr Zeit zum Lesen, Musikhören oder Träumen in öffentlichen Verkehrsmitteln, keine Parkplatzsuche, spart auf Dauer Geld.

Alternativen: Fahrrad, Öffentliche Verkehrsmittel, Laufen.

Nachteile: unbequem bei schlechtem Wetter, kann etwas länger dauern.

Härtegrad: Je nach Fitness 1 bis 5

 

CO2-Fasten

Gut für die Umwelt. Tipps zum Sparen gibt etwa die CO2-Fastenaktion der katholischen Jugend im Diözesanverband Würzburg.

Was es bringt: Bewusstes Auseinandersetzen mit der Frage: Wann wird CO2 ausgestoßen? Nicht nur beim Autofahren, sondern auch, wenn man das Licht einschaltet oder heiß duscht, wenn der Fernseher im Standby-Betrieb ist oder wenn Lebensmittel hergestellt werden.

Alternativen: Strom und heißes Wasser sparen, weniger Autofahren, bewusster einkaufen, zum Beispiel Kartoffeln vom Bauern um die Ecke.

Härtegrad: 2

 

Plastik

Neuer Trend. Gemeinsames Plastikfasten bietet der Verbraucherservice Bayern im Katholischen Deutschen Frauenbund an.

Was es bringt: weniger Plastikmüll, bewussteres Einkaufen, gutes Gewissen.

Alternativen: die gute alte Einkaufstasche, Papiertüten für Obst und Gemüse, Wachstücher statt Frischhaltefolie, Einkauf auf dem Markt

Nachteile: viele Lebensmittel gibt es nur mit Plastikverpackung, selbst wenn sie „Bio“ sind

Härtegrad: 1 bis 3 abhängig von Bequemlichkeit

 

Schimpfwörter

Ein unterhaltsamer Wettbewerb vor allem für Familien. Dazu passt die Botschaft von Papst Franziskus, der zu mehr Mitgefühl mit den Armen aufruft. Er fordert Stärke und Barmherzigkeit statt Egoismus und Gleichgültigkeit. Sein Motto für diese Zeit: „Macht euer Herz stark“.

Ähnlich sieht es die Evangelische Kirche in Deutschland. Ihr Aufruf: „Sieben Wochen ohne Runtermachen“. „Wir laden Sie
ein, aus vollem Herzen zu sagen: ,Du bist schön!‘ – zum Menschen an Ihrer Seite
wie auch dem eigenen Spiegelbild.“

Was es bringt: bewussterer Umgang mit Sprache, Respekt, Kreativität, Familienfrieden.

Alternativen: kreative Umschreibungen, tief durchatmen und lächeln statt lospoltern, Humor statt Beleidigung – zum Beispiel mit Hilfe des „Schimpfwort-Generators“ der Kinderzeitschrift Geolino

Nachteile: weniger Möglichkeiten zum Dampfablassen

Härtegrad: Kampf gegen Gewohnheiten, daher 3

 

Smartphone, Soziale Medien & Co.

Wie das Ausklinken aus der Dauerkommunikation gelingen kann, zeigt die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) mit dem Handyfasten.

Was es bringt: Mehr Zeit für Bücher und Gespräche, Spannende Entdeckungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Blickkontakt mit fremden Menschen, weniger Ablenkung und mehr Konzentration, Zeit zum Nachdenken

Alternativen: Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Treffen mit Freunden, Blick aus dem Fenster,

Nachteile: Langeweile, Verpassen wichtiger Informationen

Härtegrad für Erwachsene: gefühlt 1, realistisch 5

Härtegrad für Jugendliche: „Mama!!??!“

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