Tipps für Allergiker:

Wenn der Hausstaub krank macht

Für Allergiker kann die eigene Wohnung zum Feind werden. Tränen die Augen, läuft die Nase oder treten sogar Atembeschwerden auf, sind oft Chemikalien, Pollen oder kleinste Mitbewohner schuld daran. Es gibt aber Wege, Allergene fernzuhalten oder zumindest zu reduzieren. Hier einige Tipps.

Übliche Staubsauger wirbeln besonders viel Staub auf.
Christin Klose Übliche Staubsauger wirbeln besonders viel Staub auf.

•  Pollenschutzgitter an allen Fenstern und Türen anbringen: Pollen sind die häufigsten Allergene, die mit der Außenluft in die Wohnung gelangen. Spezielle Schutzgitter, die sich auf jede beliebige Größe zuschneiden und am Fensterrahmen befestigen lassen, halten die Blütenpollen draußen. „Wissenschaftlichen Studien zufolge wird das Eindringen von Pollen in den dahinterliegenden Raum durch solche Gitter im Durchschnitt um 90 Prozent verringert”, erklärt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe in Bonn.

•  Staubsauger mit speziellen Filtern benutzen: Sauberkeit ist das A und O für Allergiker. Doch gerade beim Staubsaugen wird besonders viel Staub aufgewirbelt. „Abhilfe versprechen Staubsauger mit Wasserfilter”, sagt Hackler. Die angesaugte Luft wird nicht in einen Staubbeutel, sondern in ein Wasserbad geleitet und dabei von Staubpartikeln weitgehend gereinigt und angefeuchtet.

Alternativ dazu gibt es Staubsauger mit HEPA-Filtern (High Efficiency Particulate Air). Je nach Rückhaltevermögen werden die feinen Schwebstofffilter in verschiedene Klassen eingeteilt. Filter der Klasse 11 halten beispielsweise 95 Prozent zurück. Am effektivsten sind Filter der Klasse 13, die eine Filterleistung von 99,95 Prozent aufweisen.

Milbendichte Überzüge für Matratzen und Bettwäsche verwenden: Flauschige Teppiche und kuschelige Betten sind besonders belastet. „Darin sammeln sich Haare, Textilfasern, Federteilchen und auch abgestoßene Hautschuppen, von denen sich Hausstaubmilben hauptsächlich ernähren”, erklärt Hackler. Milbendichte Überzüge, sogenannte Encasings, verhindern, dass die Partikel aus Matratzen und Bettwäsche in die Atemluft gelangen. Gleichzeitig werden die Hausstaubmilben von der Nahrungszufuhr abgeschnitten, weil sie nicht mehr an die Hautschuppen herankommen. „Um ihre volle Wirkung zu erzielen, sollten die Überzüge Matratzen und Bettwäsche von allen Seiten hermetisch umschließen”, betont Hackler.

•  Schon bei der Grundstückswahl aufpassen: Pollenallergiker sollten bereits bei der Auswahl ihres Grundstücks darauf achten, dass sich möglichst keine allergieauslösenden Pflanzen in der Nähe befinden. „Betroffene wissen meist, was sie besonders beeinträchtigt”, sagt Volker Neuert, Berater beim Bauherren-Schutzbund. Er empfiehlt, im Eingangsbereich einen Schleusenraum einzuplanen, damit die Pollen nicht in den Wohnraum gelangen.

•  Allergikergeeignete Baustoffe auswählen: „Aus manchen Baustoffen gasen Allergene aus”, erklärt der Baubiologe Neuert. Das lässt sich durch die Auswahl natürlicher, möglichst chemisch unbehandelter Baustoffe vermeiden. Für den Innenbereich sind allergikergeeignete Putze, Lehm-und Kalkputze empfehlenswert. „Bei Farben sollten nur Produkte verwendet werden, die auf ihre Allergikerfreundlichkeit geprüft wurden. Das gilt auch für Luftreiniger, die in der Wohnung die Atemluft von Pollen, Schimmelpilzsporen, Tierhaaren und Hausstaubmilben säubern”, rät Prof. Torsten Zuberbier, Vorsitzender der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). „Eine gute Orientierungshilfe bei der Baustoffauswahl geben zum Beispiel Prüfzeichen von natureplus, vom eco-Institut und Tüv Nord sowie Blauer Engel und das ECARF-Siegel.“