Wie weiter:

Wer darf Patienten künftig beraten?

Um die unabhängige Rückendeckung für Kranke ist ein offener Streit ausgebrochen. In Kürze soll entscheiden werden, wer für die kommenden sieben Jahre den Zuschlag bekommt. Kritiker sehen die Neutralität des Angebots in Gefahr.

Verbraucherzentralen, Ärztevertretungen, Krankenkassen und Fachgesellschaften sehen die Unabhängigkeit der Patientenberatungen in Gefahr.
Martin Schutt Verbraucherzentralen, Ärztevertretungen, Krankenkassen und Fachgesellschaften sehen die Unabhängigkeit der Patientenberatungen in Gefahr.

Die medizinische Versorgung hält für Patienten viele Fragen und Rätsel bereit. Hilfe und Antworten gibt es von der Unabhängigen Patientenberatung (UPD), die auch in Rostock und Potsdam Beratungsstellen betreibt.

Die Zukunft der bundesweit 21 UPD-Standorte sorgt derzeit für Diskussionen. Auslöser ist eine Ausschreibung des Angebots, die gesetzlich vorgeschrieben und ab 2016 einen Wechsel des Anbieters zur Folge haben könnte.

Seitdem durchgesickert ist, dass ein Duisburger Callcenter, das sich auf Gesundheitsthemen spezialisiert hat, zu den aussichtsreichsten Mitbewerbern um die UPD gehören, schlagen die Wellen haushoch.

Denn das Callcenter gibt die AOK im Internet als Referenz an, ein Großteil der Patienten-Beschwerden beziehe sich laut Berichten des UPD jedoch auf die Krankenkassen. Ärztekammern und Verbraucherzentralen sehen daher die Neutralität in Gefahr.

Bisher wird die UPD von den Verbraucherzentralen, dem Sozialverband VDK und dem Verbund unabhängige Patientenberatung getragen. Sie warnen davor Patienten nur per Callcenter zu beraten, da persönliche Kontakte unentbehrlich seien. Aus ihrer Sicht sollte das Angebot stattdessen auf weitere Städte ausgebaut werden. 

Unterdessen zeigen die Proteste offenbar Wirkung. Die Entscheidung wurde bereits zweimal verschoben.

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