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Gift-Hubschrauber gegen Falter

VonGrit BüttnerDie Raupen des Eichenprozessionsspinners werden in Mecklenburg per Hubschrauber bekämpft.Ludwigslust.In Südwestmecklenburg hat der ...

VonGrit Büttner

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners werden in Mecklenburg per Hubschrauber bekämpft.

Ludwigslust.In Südwestmecklenburg hat der umstrittene Hubschrauber-Einsatz gegen die gesundheitsgefährdenden Raupen des Eichenprozessionsspinners begonnen. Mit einem chemischen Biozid wurden Alleebäume bei Ludwigslust besprüht, wie ein Kreissprecher sagte. Im besonders betroffenen Landkreis Ludwigslust-Parchim sollen bis morgen rund 500 Kilometer Alleen außerhalb von Orten behandelt werden. Erst danach sei die Bekämpfung des schädlichen Schmetterlings innerhalb von Ortschaften geplant, sagte der Sprecher.
Der Schädling breitet sich von Jahr zu Jahr immer mehr aus. Gegen die Spritzaktion legten drei Gemeinden, Anwohner und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Widersprüche beim Landkreis ein, weil sie gesundheitliche Folgen des Biozideinsatzes für Menschen und Tiere befürchten. Die Anträge würden bearbeitet, hätten aber keine aufschiebende Wirkung, betonte der Sprecher. BUND-Naturschutzreferentin Ulrike Zell kritisierte die Verwendung des Mittels „Karate Forst“. Es sei ein Breitbandinsektizid, das nicht nur die Raupen des Eichenprozessionsspinners, sondern nahezu alle Insekten im artenreichen Lebensraum einer Eiche vernichte, sagte Zell. Alternativ stünden biologische Präparate zur Verfügung. Der BUND forderte eine Überwachung der Spritzaktion, um deren Wirkung auf Insekten, Vögel und Fledermäuse zu untersuchen.
Laut Agrarministerium bilden die Anfang Mai schlüpfenden Raupen des Eichenprozessionsspinners winzige Brennhaare mit Nesselgift. Sie könnten auf der Haut stark juckende Rötungen, in den Atemwegen asthmatische Symptome und Husten sowie in den Augen schmerzhafte Entzündungen hervorrufen oder sogar einen allergischen Schock auslösen. Auch Eichenbestände in den Städten Hagenow, Lübtheen, Ludwigslust und Parchim sowie in zwölf Ämtern zwischen Boizenburg und Crivitz sollen nach Angaben des Landkreises in den kommenden Tagen und Wochen behandelt werden.