Das hat wehgetan:

Der zu tiefe Blick ins Glas und seine Folgen

Ein Verkehrsunfall mitten in Jarmen: Ein Fahrradfahrer kollidiert mit einem Pkw. Der Radler war nach eigenen Angaben alkoholisiert. 

Das Werk eines Betrunkenen: kaputtes Fahrrad, zerbeulter Golf, ein schwerverletzter Radler.
ZVG Das Werk eines Betrunkenen: kaputtes Fahrrad, zerbeulter Golf, ein schwerverletzter Radler.

Kaputte Bierflaschen liegt auf der Straße, daneben ein zerbeultes Fahrrad. Notarzt, Rettungshubschrauber und Polizei sind vor Ort: Kein schönes Bild ergibt sich an der Demminer Straße in Jarmen. Auf Höhe des Normaparkplatzes kam es zum Unfall zwischen einem VW-Golf und einem Radfahrer.

Dabei soll der 48-Jährige aus Jarmen mit seinem Rad vom Parkplatz losgeradelt sein. „Unvermittelt hat er dann die Fahrbahn überquert“, so Polizeisprecher Axel Falkenberg. Ein prüfender Blick nach rechts und links: Fehlanzeige nach Zeugenaussagen. Die 32-jährige Autofahrerin habe zwar noch die Gefahrensituation erkannt. Jedoch auch die Vollbremsung kann den Aufprall des Radfahrers auf die Windschutzscheibe nicht mehr verhindern. Der Radfahrer wird bei dem Unfall verletzt.

Notarzt und der Rettungshubschrauber sind im Einsatz. Später wird der Mann zur Behandlung mit dem Krankenwagen ins Klinikum Greifswald gebracht. Gegenüber der Polizei gibt der Jarmener an, vor dem Unfall Alkohol getrunken zu haben. Genaue Promillewerte standen gestern noch nicht fest. Der VW-Golf wird bei dem Unfall stark beschädigt. Der Jarmener musste schmerzhaft feststellen, dass Alkohol und der Straßenverkehr auch auf dem Fahrrad nicht zusammenpassen. Dabei gilt: Wer mit 1,6 Promille und mehr auf dem Rad in Deutschland unterwegs ist, ist seinen Führerschein generell los, wenn ihn die Polizei erwischt. Aber auch darunter kann die Alkoholfahrt auf dem Rad beträchtliche Folgen haben. „Wen wir als Gefährdung für den Straßenverkehr erwischen, muss mit Strafen und ernsten Konsequenzen rechnen“, sagt Falkenberg. Denn viele sonst abstinente Radler wären schon nach wenigen Bier nicht mehr verkehrstüchtig. Inwieweit dann eine Verkehrsgefährdung vorliegt, muss im Einzelfall entschieden werden. Führerscheinentzug und MPU drohen. Vor allem nachts werden immer wieder auffällige Radfahrer, die Schlangenlinien fahren, gestoppt. Um dies zu verhindern, rät Axel Falkenberg, lieber vorher zu überlegen, ob der Griff zum Rad in der durchzechten Nacht wirklich der Richtige ist. Die sicherste Wahl sei dagegen immer das Taxi.

Dies ist auch beim Urlaub im Nachbarland Polen zu bedenken, ergänzt Falkenberg. Denn während bei uns nach dem Bier zum Fahrrad anstatt zum Autoschlüssel gegriffen werden darf, gilt in Polen auch für Radfahrer die strikte Null-Promille-Grenze. Generell blieben Unfälle mit alkoholisierten Radfahrern jedoch Einzelfälle, sagt Falkenberg. Meist geraten Radler unverschuldet in Gefahrensituationen. Werden im toten Winkel übersehen und erleiden als schwächste Unfallpartei schwere Verletzungen.

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