Der Ärger nimmt kein Ende:

Die unendliche Geschichte eines Pollers

Ein Poller und nichts als Ärger: 120 000 Euro teuer, 800 Kilo schwer und schon nach zwei Tagen defekt. Eine Posse sucht ihresgleichen.

Nicht einmal dieser Luxus-Poller aus Italien konnte das Greifswalder Poller-Problem beheben.
Archiv Nicht einmal dieser Luxus-Poller aus Italien konnte das Greifswalder Poller-Problem beheben.

So ein Poller ist im Straßenverkehr ja für sich genommen erstmal nichts Besonderes: Auch dass sich manche Poller per Hydraulik heben und senken lassen, ist seit Jahren in vielen Städten üblich. So steht beispielsweise in der Anklamer Hohen Straße neben dem Lilienthal-Center so ein Hydraulik-Poller, der zwar immer mal wieder zugeparkt wird, im Prinzip aber tadellos funktioniert.

Das elementare Funktionsprinzip eines Hebe- und Senk-Pollers sollte also auch den Menschen in der Kreisstadt bekannt sein – sollte man zumindest meinen. Und tatsächlich funktionierte der Poller an der Wiecker Klappbrücke in Greifswald, der die morschen Holzplanken des Baudenkmals vor zu viel Verkehr schützen soll, ebenfalls über viele Jahre problemlos. Doch in den letzten Jahren ereignete sich an der Anlage eine beispiellose Unfallserie, die den Poller sogar schon zum Gegenstand überregionaler Berichterstattung in Funk und Fernsehen machte.

Ständig fährt wer drauf oder gegen

Denn ohne ersichtliche Gründe fahren seit einigen Jahren ständig Autofahrer in oder auf den Poller, während sich dieser hebt und senkt, zum Teil sogar, während er sich überhaupt nicht bewegt. Meistens sind es auswärtige Gäste, die mit dem Poller kollidieren. Weil nach über 30 Unfällen und mehreren zerstörten Pollern eine endgültige Lösung hermusste, entschied die Stadt: Jetzt hilft nur noch der „Super-Poller“. Der stammt aus Italien, kostete 120 000 Euro und ist 800 Kilo schwer. Er wurde im Mai montiert und soll nun eigentlich auch mit Ampel, Kamera und Induktionsschleifen gegen Unfälle abgesichert sein.

Ist er aber nicht: Schon am zweiten Tag nach dem Einbau krachte es zum ersten Mal, der Poller überstand es unbeschadet. Vor sechs Wochen aber wurde der Poller dann bei einem zweiten Unfall so stark beschädigt, dass er seitdem aufwändig repariert werden muss. Erst morgen Abend soll das gute Stück dann endlich wieder funktionieren.

Wie die Sache ausgeht, ist unklar. Für die Anwohner, die als einzige legal über die Brücke fahren dürfen, ist der Poller beinahe lebenswichtig – immerhin beträgt der Umweg ohne Klappbrücke rund 20 Kilometer. Und Geld bringt er der Stadt auch, betont Anwohner Heino Förste: Rund 65 000 Euro im Jahr zahlen die Anwohner für die Brücken-Passage. So viel koste nicht einmal die Wartung trotz der vielen Unfälle, meint der Anwohner. Trotzdem fordern einige Politiker schon die komplette Sperrung der Brücke.

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