Ungwöhnliche Sicherheitsmaßnahmen:

Diebe sauer: Loitz schweißt Gullydeckel an

In Loitz haben sich Diebe auf Gullydeckel spezialisiert. Immer wieder klaffen Löcher an den Straßen und gefährden Fußgänger, Radler und Autofahrer.  Jetzt werden überall, wo das möglich ist, die Gullydeckel gerade festgeschweißt.

Diebstahlsicherung: Ingo Kreienbrink vom Loitzer Stadtbauhof schweisst Gullydeckel am Straßenrand fest.
Stefan Hoeft Diebstahlsicherung: Ingo Kreienbrink vom Loitzer Stadtbauhof schweisst Gullydeckel am Straßenrand fest.

Die Stadt Loitz hat die Nase gestrichen voll von einigen Zeitgenossen und greift zu einem rabiaten Mittel um gegen den grassierenden Gullydeckel-Klau vorzugehen. Denn die Kommune beklagte in der jüngeren Vergangenheit den Diebstahl so vieler Abdeckungen von Regeneinlaufschächten, dass sie sich aus finanziellen und Sicherheitsgründen zum Handeln gezwungen sieht. „Es tut schon weh mittlerweile“, berichtete Bürgermeister Michael Sack dem Bauausschuss. „Und das ist wirklich nicht ganz ohne.“ Immerhin verschwanden zuletzt um die 15 der gusseisernen Abdeckungen fast auf einen Streich.

Vor allem im abseits gelegenen und wenig frequentierten Gewerbegebiet „bedienten“ sich die Diebe, aber auch an drei Stellen der Sandfeldstraße schlugen sie zu – unter anderem genau vorm Parkplatz nahe Wohnblöcken und Schule.

Dort steht nach wie vor eine rot-weiß gestreifte Bake als Warnung auf dem Gully-Loch am Fahrbahnrand, denn Ersatz zu beschaffen stellt sich als schwierig heraus, wie der Bauhofleiter Maik Maschmeier erläutert: Bei diesen Gullyabdeckungen handele es sich um DDR-Fabrikate, Teile dafür gelten als Mangelware. Jeder Deckel samt Aufsatzrahmen schlägt mit mehr als 100 Euro zu Buche. 

Die Löcher an den Straßen sind gefährlich

Allerdings empört diese Klauerei die Kommune nicht nur aus finanziellen Gründen, viel mehr noch befürchtet sie die möglicherweise drastischen Folgen, sollte so ein Diebstahl nicht rechtzeitig entdeckt werden – gerade in der dunkleren Jahreszeit. Immerhin tun sich dadurch große und tiefe Löcher am Straßenrand auf. Nicht auszudenken, was alles passieren könnte, wenn ein Fußgänger oder Radfahrer dort hineingerät, schwere Verletzungen erscheinen da fast schon garantiert. Selbst an Autos dürfte so eine Begegnung einige Schäden hinterlassen.

Aber da die Ganoven offensichtlich daran nicht denken und es bereits die zweite derartige Diebstahl-Serie  ist, reagiert die Peenestadt nun mit dem Zuschweißen der Gullys. Zumindest im Gewerbegebiet, in dem sich der Dreck nicht so häuft, schließlich müssen die Siebe im Innern regelmäßig gereinigt werden. Damit das auch weiterhin möglich bleibt, werden die Deckel aber nur angepunktet, stellt der Bauhofchef klar. Wer hier künftig auf Beutezug gehen will, müsse also deutlich mehr Arbeit und Zeit investieren – verbunden mit einer größeren Gefahr der Entdeckung.

 

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