Protest vor dem Greifswalder Rathaus:

Jugendzentrum kämpft ums Überleben

Das Greifswalder Jugendzentrum „Klex“ bangt um seine Existenz. Immerhin will die Stadt die Mittel für die Jugendförderung kürzen. Die Jugendlichen gingen deshalb jetzt auf die Barrikaden.

Gegen die geplanten Mittelkürzungen im Bereich Jugendarbeit protestierten am Mittwoch „Klex“-Anhänger vor dem Greifswalder Rathaus.
Ulrike Rosenstädt Gegen die geplanten Mittelkürzungen im Bereich Jugendarbeit protestierten am Mittwoch „Klex“-Anhänger vor dem Greifswalder Rathaus.

„Klex bleibt“ steht mit dicken weißen Buchstaben auf einem schwarzen Tuch. Für alle Rathausmitarbeiter und natürlich auch Weihnachtsmarktbesucher unübersehbar drückten am Mittwoch Jugendliche in Greifswald ihren Protest gegen die geplante Mittelkürzung in der Jugendarbeit aus. „Nachdem die örtlichen Träger der freien Jugendhilfe komplett vom Kreis übernommen wurden, ist die Stadt nicht mehr in der Pflicht, die Einrichtungen und Initiativen zu unterstützen“, sagt Olaf Klotsch, jugendpolitischer Koordinator beim Stadtjugendring, der Träger des „Klex“ ist. Und genau dieses Jugendzentrum sieht sich jetzt bedroht.

Man muss kein Finanzexperte sein, um zu verstehen, welche Auswirkungen diese veränderte Sachlage hat. Rund 200 000 Euro hatte die Stadt Greifswald im zurückliegenden Haushaltsjahr für den Bereich Jugendarbeit eingestellt. „Mittwochabend wird beim Finanzausschuss eine Vorlage auf den Tisch kommen, die eine Mittelkürzung um 40 000 Euro vorschlägt“, sagt Olaf Klotsch. Die dann noch verbleibenden 160 000 Euro müssen sich Schulsozialarbeit, Jugendsozialarbeit und schließlich auch die freie Jugendarbeit teilen.

„Diese Diskussion ist ja nicht ganz neu. Die Mittel wurden noch einmal drastisch gekürzt, aber diesmal wird es uns als ‚Klex‘ sicher hart sagt. Klotsch. Das „Klex“ stehe auf der Liste der förderwürdigen Projekte jedenfalls nicht oben – 40 000 Euro weniger, da kämpft ein solches Jugendzentrum schnell mal ums Überleben.