Wiecker Brücke:

Monteure holen Poller aus dem Ruhestand

Mit dem Schwarzfahren ist jetzt Schluss. Wer die Wiecker Brücke mit dem Pkw überqueren möchte, der braucht einen Chip, um den Poller zu bewegen. Der ist nämlich seit Donnerstagabend wieder in Betrieb.

Mit vereinten Kräften haben Monteure den Schachtdeckel bewegt und auf die Größe des alten Modells angepasst.
Ulrike Rosenstädt Mit vereinten Kräften haben Monteure den Schachtdeckel bewegt und auf die Größe des alten Modells angepasst.

„Brücken-Poller“ gilt in Greifswald als Reizwort. Entweder winken die Menschen ab oder schimpfen darüber ohne Ende. Am Donnerstagabend hielten sich die Emotionen allerdings im Zaum. Der Grund: Mitarbeiter der Firma Innovent montierten das Vorgängermodell des Superpollers, der zwar ein Poller aber alles andere als super war. Nun soll also der alte Poller die monatelangen Schwarzfahrten der Greifswalder über die Wiecker Brücke ein Ende setzen.

Punkt 18 Uhr legten die Monteure von Innovent los und arbeiteten mit Hochdruck an der der Sicherungsanlage. Keine ganz leichte Aufgabe, wie sich nach gut einer Stunde herausstellte. Immer wieder hoben sie den Schachtdeckel heraus, um seine Größe an den Poller anzupassen, der nun bis zum Ende des Jahres für Ruhe und Ordnung sorgen soll.

Über die Brücke können seit Donnerstagabend nur diejenigen fahren, die über eine Sondergenehmigung und damit den notwendigen Chip verfügen, der ihnen schließlich das Versenken des Pollers in die Erde und damit die Überfahrt über die Brücke ermöglicht. „Wollen wir mal hoffen, dass jetzt der Verkehr über die Brücke wieder vernünftiger verläuft. Es war ja nicht normal, wie viele Autos und vor allem in welcher Geschwindigkeit die hier teilweise rüber gefahren sind“, sagte Sebastian Heiden von der Arbeitsgemeinschaft Wiecker Brücke. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Ortsteilvertretung Wieck/Ladebow, Bernd Lieschefsky, verfolgte er den Einbau des Pollers.

Gefährliches Manöver

„Sie sehen ja, was hier los ist“, sagte Lieschefsky. Er war schockiert, dass Autofahrer nicht einmal am Abend der Montage auf die roten Signallichter an der Brücke achteten. Einer war am Donnerstagabend tatsächlich so dreist, dass er von Wieck kommend direkt bis an die Montagestelle heranfuhr. Nicht nur, dass das die Arbeit der Innovent-Truppe kurz behinderte. Der Fahrer musste schließlich auch rückwärts zurück ans andere Ryck-Ufer.„Und genau mit solch einem Verhalten gefährden diese Pkw-Fahrer die Brücke. Bei solchen unnützen Manövern kann die Brücke schnell und stark beschädigt werden“, sagte Lieschefsky. Zum Glück wiederholte sich so ein Zwischenfall bis zum Ende der Montage, kurz nach 20 Uhr, nicht noch einmal.

Dafür sorgte auch Peter Lubs. In seiner orangefarbenen Warnjacke war er für alle gut sichtbar und somit auch für diejenigen Anlaufpunkt, die nicht wussten, dass die Brücke für zwei Stunden gesperrt ist. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung ist zuständig für Brücken und Häfen. Geduldig reagierte er auf Fragen und Bemerkungen der Passanten. Denn kaum jemand verkniff sich einen Kommentar unter dem Motto „mal sehen, wie lange der Poller jetzt durchhält“.

„Man darf das nicht persönlich nehmen“, meinte Lubs. Auch er hofft, dass sich nun alle wieder an die Regeln halten, ihren Chip zum Einsatz bringen und „natürlich wäre es richtig gut, wenn dieser Poller bis zum Einbau der neuen Anlage, also bis Dezember, durchhält“, sagte er.

Hält der Poller diesmal länger?

Die Probeüberfahrten hat das alte Pollermodell auf jeden Fall schon mal gut überstanden. Auch einige Stunden nach der Montage am Freitagmorgen tat das Gerät seinen Dienst. Während die Zweifler sich fragen: „Mal sehen, wie lange?“, hoffen die Optimisten, wie Lieschewsky und Lubs, dass die Peinlichkeit Brückenpoller so langsam aber sicher ein Ende hat. Und ganz sicher wünschen sich das auch die Monteure von Innovent.

In den vergangenen Monaten sorgte der sogenannte Super-Poller für eine ordentliche Lokalposse. Das Gerät hatte immerhin 120 000 Euro gekostet, funktionierte aber selten und musste dreimal repariert werden – auch wegen etlicher Auffahrunfälle. Die häuften sich in den vergangenen Jahren ohnehin. Von 2011 bis zur Ankunft des Superpollers wurden insgesamt acht Poller verschlissen.

 

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