Keine Leute, keine Leute:

So macht man richtig Theater!

Da sage noch einer, Theater sei nicht aktuell: Die Vorpommersche Landesbühne Anklam bringt in Greifswald ein Stück auf die Bühne, das den Personalmangel in der Gastronomie zum Thema hat.

Zu gutem Theater gehören natürlich auch fesche Outfits und spannende Figuren.
ZVG Zu gutem Theater gehören natürlich auch fesche Outfits und spannende Figuren.

Nostalgische Kulisse, aktuelles Thema. Das Stück „Keine Leute, keine Leute!“ von Rudi Strahl ist ab sofort auf der Freilichtbühne am Museumshafen in Greifswald zu sehen. Wolfgang Bordel, Intendant der Vorpommerschen Landesbühne Anklam, führt Regie. „Keine Leute, keine Leute!“ ist bereits das dritte Werk von Strahl, dass Bordel umsetzt. „Seine Werke besitzen eine Allgemeingültigkeit. Sie zeigen, dass Leute damals wie heute dieselben Probleme haben, nur aus anderen Gründen“, sagt der Regisseur.  Strahl schrieb das Lustspiel 1973 in der DDR. Es geht um fehlende Mitarbeiter im Gastgewerbe - ein Problem, dass seit einigen Jahren auch den hiesigen Gastronomie-Unternehmen Sorgen macht. Überstunden sind keine Seltenheit. Außerdem bleiben in jüngerer Zeit in Größenordnungen Ausbildungsplätze unbesetzt, weil die Anzahl der Bewerber aufgrund des demografischen Wandels rapide abgenommen hat.

DDR-Nostalgie und Chaos

Doch zurück zur Greifswalder Inszenierung. Erzählt wird die Geschichte des Interhotel „Weltniveau“. Direktor Huschke und sein Barkeeper Charly haben ein ernstes Problem: zu wenig Personal. Beide schmeißen das Hotel praktisch allein. Zugewiesene Arbeitskräfte erweisen sich als unfähig, doch die extrovertierten Gäste verlangen nach Aufmerksamkeit. Das Chaos ist vorprogrammiert. Trotz DDR-Nostalgie rund um SED, FDJ und Trabbi ist das Stück für alle Generationen geeignet. „Die Jungen lernen vielleicht etwas über die DDR und die Älteren werden so manches Déjà-vu Erlebnis haben“, verspricht Bordel.Wem die Geschichte von der Freilichtbühne im Usedomer Hafen bekannt vorkommt, hat durchaus recht, aber nur zum Teil. Denn für Greifswald wurde eine völlig neue Inszenierung auf die Beine gestellt. Die Kostüme sind anders, die Musik ist anders und sogar die Hauptrolle ist nicht dieselbe: Das Hauptaugenmerk liegt nämlich nicht wie seinerzeit in Usedom auf Barkeeper Charly, sondern auf dem Hoteldirektor, der von Andreas Flick gespielt wird.

Das Stück ist bis zum 22. August jeweils montags, mittwochs, donnerstags und samstags immer um 19.30 zu sehen. Nach der ersten Aufführung von „Keine Leute, keine Leute“ hat die Landesbühne übrigens erst mal Premierenpause. Erst im September steht mit „Die Peene brennt“ wieder eine neue Inszenierung an. Doch bis dahin haben Urlauber und Einheimische noch jede Menge Gelegenheiten, sich mit der Vorpommerschen Landesbühne ein paar schöne Stunden zu machen. In Zinnowitz laufen die Vineta-Festspiele – 600 bis 800 Zuschauer strömen derzeit an den Aufführungsabenden auf die Ostseebühne.

In Usedom auf der Hafenbühne läuft mit „Noch mal ein Ding drehen“ ein weiteres Stück von Rudi Strahl und im Heringsdorfer Theaterzelt Chapeau Rouge sind die Stücke „Pension Schöller“ und „Marlene“ die Renner. Und wenn in der Zinnowitzer Blechbüchse „Die Olsenbande“ als Theaterstück gezeigt wird, bleibt selten ein Platz leer -  die Olsenbande war schon im Anklamer Haupthaus Publikumsliebling.

Karten unter 03971 208925

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