Proteste am Rande des Kanzlerin-Besuchs in Greifswald:

Studenten setzen sich lautstark für ihre Unis ein

Rund 13 Millionen Euro fehlen der Greifswalder Universität, um die Vielfalt in Lehre und Forschung zu erhalten. Der Studierendenausschuss befürchtet den Wegfall von 77 Stellen – vom wissenschaftlichen Mitarbeiter bis zum Professor. Um das zu verhindern, hatten Studenten am Montag zu einem lautstarken, friedlichen Bildungsstreik aufgerufen.

Rund 600 Studenten aus Greifswald, Rostock und Neubrandenburg zogen durch die Greifswalder Innenstadt, um für den Erhalt des Bildungsniveaus an den Hochschulen zu protestieren.
Ulrike Rosenstädt Rund 600 Studenten aus Greifswald, Rostock und Neubrandenburg zogen durch die Greifswalder Innenstadt, um für den Erhalt des Bildungsniveaus an den Hochschulen zu protestieren.

Während Kanzlerin Angela Merkel im Uni-Hauptgebäude am Montagmittag ihr Grußwort verlas, hatte sich auf dem Rubenow-Platz eine kampfentschlossene Studentenmenge versammelt: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“ schmetterten sie ihre Botschaft immer wieder in Richtung Uni-Hauptgebäude.

Der Protestmarsch, zu dem der Allgemeine Studierenendenausschuss der Greifswalder Universität (AStA) aufgerufen hatte, zog mit etwa 250 Sympathisanten vom Bahnhofsvorplatz quer durch die Stadt. Am Rubenow-Platz, genau gegenüber vom Uni-Hauptgebäude, waren es dann schon gut 600 junge Frauen und Männer, die fest entschlossen sind, für den Erhalt des Bildungsniveaus an ihren Universitäten zu kämpfen.

Geld für Bau, Bücher und Lehrkräfte gefordert

Dem AstA-Aufruf waren auch Studenten aus Neubrandenburg, Rostock und Wismar gefolgt. Die Rostocker Studentenschaft vertrat  Katharina Wilke. Die Biologie-Geschichts-Studentin forderte, die Finanzierung der Universitäten weiter in staatlicher Hand zu belassen: „Geld ist vorhanden, es  wird nur falsch verteilt, wir brauchen Geld für Bildung. Es kann nicht sein, dass sich Professoren immer mehr um Drittmittel kümmern müssen, damit ihre Lehre funktioniert und dauerhaft Bestand hat.“

Dass es an der Greifswalder Universität an einigen Ecken und Enden bröckelt, davon konnten sich die beiden Erstsemester-Studentinnen Luisa Heimke und Aileen Kaßburg bereits nach den ersten Tagen in ihrer neuen Wahlheimat überzeugen: „Wir wollen in Greifswald Deutsch und Geschichte studieren und das möglichst die gesamten fünf Jahre lang. Doch wir haben schon nach der Einführungswoche festgestellt, dass sich einige Unigebäude baulich in einem schlechten Zustand befinden. Es muss Geld bereitgestellt werden für Bau, Bücher und natürlich Lehrkräfte.“

Mit dieser Überzeugung, mit Fahrrädern und einem Plakat ausgestattet  schlossen sie sich dem Demonstrationszug an. Auch wenn sie die Kanzlerin persönlich nicht zu Gesicht bekamen, ihre schrillen Protestrufe hatten sich ganz sicher per Trillerpfeifen bestimmt einen Weg bis ins Uni-Hauptgebäude am Rubenau-Platz gebahnt.

 

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