Unterwegs mit dem Pfleger:

Tierische Hitze-Tour durch den Park

Was passiert, wenn die Tiere im Greifswalder Tierpark so richtig ins Schwitzen geraten? Wird den Alpakas bei länger anhaltender Hitze mal schnell das dicke Fell geschoren?

Seit 14 Jahren dicke Freunde: Tierpfleger Frank Tetzlaff und Uhu "Ulli".
Ulrike Rosenstädt Seit 14 Jahren dicke Freunde: Tierpfleger Frank Tetzlaff und Uhu "Ulli".

Cheftierpfleger Frank Tetzlaff antwortet auf solche Fragen natürlich zunächst mit einem Schmunzeln. Doch schon wenige Minuten später sprudelt es nur so aus ihm heraus – Fachwissen über Fachwissen und Begeisterung. Der Mann, der einst in Rostock zum Zootierpfleger ausgebildet wurde, arbeitet seit 23 Jahren im Greifswalder Tierpark. Dass er diese vier Hektar große Anlage mit all ihren tierischen Bewohnern ganz tief in sein Herz geschlossen hat, ist völlig klar. Mit ihm über die Anlage zu gehen, ist ein besonderes Erlebnis, denn er kennt sie alle und sie kennen ihn.

Mit einem der tierischen Bewohner verbindet ihn allerdings eine ganz dicke Freundschaft – mit Uhu Uli. Uli ist 14 Jahre alt. Tierpfleger Frank Tetzlaff hat den Uhu schon betreut, als der noch in der harten Eierschale heranwuchs. „Hallo Uli, wir haben uns heute noch gar nicht gesprochen, alles klar bei dir?“ Uli wartet einen kleinen Moment mit der Antwort, schaut sich um, und fängt dann tatsächlich an, mit Lauten Kontakt aufzunehmen. Und wie es zwischen alten Freunden nun mal ist, verbindet auch die beiden ihre eigene Sprache.

Das Schwein darf durch die Gegend laufen

Da kann der normale Tierparkbesucher nur zusehen und staunen. Wie Ronja und Josephine, die ihr Lieblingstier, die Eselin Nelli, besuchen wollten. Aber an Uhu Uli kommen sie an diesem Vormittag einfach nicht vorbei. Frank Tetzlaff hat nicht nur für alle Tiere ein offenes Wort, auch jeder Besucher, der Blickkontakt aufnimmt, wird begrüßt, bekommt seine Fragen beantwortet, wird ins Geschehen mit einbezogen. Auf dem kurzen Weg von den Alpakas zu den australischen Bennettkängurus begegnet man gleich zwei Familien, die sich beim Tierpfleger für die tolle Anlage bedanken. „Es ist wirklich schön hier, man kommt so nah heran an die Tiere und alles ist so gut gepflegt“. Stimmt! Wir gehen von Station zu Station, unweit von den Eseln läuft uns ein ganz kleines Schwein über den Weg. Das ist nicht etwa ausgebüxt, nein, das darf das. Nicht allein die Kinder freut das, auch die älteren Besucher sind ganz entzückt.

Die meisten mögen's heiß

„Wir arbeiten nach dem Grundkonzept Begegnung zwischen Mensch und Tier“, sagt Frank Tetzlaff. Und an dieser Stelle kommt auch Uhu Uli noch einmal ins Gespräch. Der wird nämlich in die Tierparkarbeit mit einbezogen. Mehrmals täglich wird der Greifvogel aus seinem Käfig geholt und auf die mit einem Falknerhandschuh geschützte Hand eines Tierpflegers gesetzt. Besucher aller Altersgruppen dürfen dem Greifvogel ganz nahe kommen. Ähnlich ist es beim Ziegen-Streichelzoo. Erweitert wird dieses Angebot gerade durch den Bau einer neuen Affen-Freianlage.

Und was ist nun mit dem Eis und kühlenden Fußbädern für Affen und Co? Die Frage ist schnell beantwortet, denn die meisten Tiere im Greifswalder Tierpark mögen’s heiß: Die Erdmännchen können es von Natur aus gar nicht warm genug haben, die Präriehunde sind Steppentiere, die australischen Eidechsen lieben die Sonne. Schafe und Pferde suchen sich ein Schattenplätzchen, die schönen großen dichten Bäume machen es möglich. „Wichtig ist, dass die Tiere gerade jetzt bei so hochsommerlichen Temperaturen mit ausreichend Wasser in guter Qualität versorgt sind“, sagt Frank Tetzlaff. Das Eis, das gönnen sich die Familien, wenn sie all die vielen Eindrücke im Tierpark-Café noch einmal Revue passieren lassen.