Mann wirft sich in Greifswald vor den Zug:

Unglücksfall legt Zugverkehr lahm

Weil sich am Hauptbahnhof Greifswald ein Mann offenbar das Leben genommen hatte, fielen in ganz MV etliche Züge aus.

Ein mutmaßlicher Fall von Selbstmord in unmittelbarer Nähe des Greifswalder Hauptbahnhofs hat am Freitagvormittag für erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr gesorgt. So fuhren über mehrere Stunden hinweg keine Züge in Richtung Stralsund und damit weiter nach Hamburg ab, ein Schienenersatzverkehr für die Strecke wurde von der Deutschen Bahn nicht eingerichtet.

Ereignet hatte sich das tragische Unglück um kurz vor zehn Uhr am Vormittag. Laut Augenzeugenberichten war ein älterer Mann an das südliche Ende eines der Bahnsteige gelaufen und hatte sich dort offenbar vor einen in den Bahnhof einfahrenden Regionalexpress geworfen. "Ich habe ihn hinlaufen sehen, da denkt man sich doch aber nichts schlimmes bei", sagte eine Reisende in Sichtweite des Unglücksortes. Genau wie sie waren mehrere dutzende Bahnfahrer in Greifswald gestrandet, weil aufgrund des Unfall das Gleis gesperrt und alle nachfolgenden Züge ausfallen mussten. Rund zweieinhalb Stunden später, um kurz nach 12 Uhr, fuhr der erste Zug in Richtung Stralsund.

Der Frust, aber auch die Ergriffenheit bei den Reisenden war groß. "Ich fasse es nicht" machte eine Frau ihrem Unmut Luft, während die Service-Mitarbeiter der Deutschen Bahn nach Kräften versuchten, die Reisenden mit Informationen zu versorgen. Kurzfristig hatte die Bahn einen Schienenersatzverkehr mit Bussen nach Züssow eingerichtet, Fahrgästen in Richtung Stralsund und von da aus weiter nach Hamburg blieb aber nur das Warten. Ärgerlich und tragisch zugleich, zumal der Unglückszug erst gut zwei Stunden in Sichtweite des Bahnsteigs auf offener Strecke stand und dann schließlich leer an den Wartenden vorbei rollte. "Das ist doch furchtbar", sagte indes eine junge Frau, die durch das Unglück ihren Anschluss nach Hamburg in Stralsund verpasste. "Wie kann man nur so verzweifelt sein?", fragte sie mit Blick auf den getöteten Mann, der zu diesem Zeitpunkt mit einer blauen Plane bedeckt vor den neugierigen Blicken geschützt wurde.

Rund um die Unglücksstelle wiederum waren zahlreiche Menschen damit beschäftigt, den tödlich verletzten Mann von der Strecke zu bergen. Gleich mehrere Einsatzwagen der Bundespolizei aus Pasewalk waren vor Ort, dazu Notärzte und Vertreter der Staatsanwaltschaft. Eine offizielle Meldung der Polizei oder auch der Deutschen Bahn zu dem Unfall gab es bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe jedoch nicht.

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