Erotik-Kalender von der Uni Greifswald ist da:

Was lange währt, wird endlich nackt!

Ihre Uni zerfällt teilweise, zahlreiche Lehrstellen sind nicht besetzt: Die Studenten in Greifswald haben diese Zustände satt! Deshalb zogen jetzt einige blank. In einem Erotik-Kalender posieren sie vor den Ruinen – und hoffen auf Geld.

Dieses Foto zeigt die fast schon legendäre Treppe im Institut für Anglistik und Amerikanistik. Sie durfte lange nur von sechs Personen gleichzeitig betreten werden - wegen Einsturzgefahr.
Lars Heidemann Dieses Foto zeigt die fast schon legendäre Treppe im Institut für Anglistik und Amerikanistik. Sie durfte lange nur von sechs Personen gleichzeitig betreten werden - wegen Einsturzgefahr.

Lange hat es gedauert, aber jetzt ist er da. Studenten der Universität Greifswald haben erstmals einen Erotik-Kalender herausgegeben. Nach eigenem Konzept, mit eigenen Fotografen und eigenen Modellen. Und alle haben sie ehrenamtlich angepackt. „Seit Montag sammeln wir Spenden in den Mensen“, sagt Student Björn Wieland, Chefplaner hinter dem Projekt. Denn der Kalender steht nicht zum Verkauf, er wird von einem eigens gegründeten Förderverein verschenkt. Ab einer Spendenhöhe von 15 Euro gibt es als Dankeschön den Kalender.

Bisher habe man schon gut 100 Kalender verteilen können. Die Resonanz sei dabei durchweg positiv ausgefallen. Die Verteilung läuft noch die ganze Woche weiter und soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Wer nicht in der Mensa vorbei kommt, kann seine Spende für den Kalender auch online abgeben.

Ästhetische Schwarz-Weiß-Fotos

Vorbild für das Projekt ist ein ähnlicher Erotik-Kalender aus Dresden, der nur sächsische Studenten zeigt. Hier hört der Vergleich aber auch auf, denn das Produkt von der Elbe setzt vor allem auf knallige Farben und aufreizende Posen. Der Greifswalder Kalender ist unkommerziell und kommt wesentlich unaufgeregter daher. „Es geht nicht um die Nippelquote, sondern um die Ästhetik“, sagt Wieland. Die Fotos sind durchweg in schwarz-weiß gehalten. Da es sich um einen Wendekalender handelt, gibt es jeweils zwölf Fotos von männlichen und weiblichen Studenten.

Uni fehlt Geld, um marode Gebäude zu sanieren

Sie posieren auf den Bildern vor morschen Uni-Gebäuden, denn darauf soll die eigentliche Aufmerksamkeit liegen. Der Uni fehlt es am Geld, um diese Gebäude zu sanieren. Außerdem seien auch etliche Stellen bedroht. Darauf wollen sie die öffentliche Aufmerksamkeit lenken. Wie das eingeworbene Geld genau verteilt werden soll, entscheidet der Verein im nächsten Jahr.

Lob für den Erotik-Kalender gibt es auch von der Uni-Leitung. So sagt Wolfgang Flieger, Kanzler der Universität: „Die Motive sind intelligent gewählt, sie überschreiten nicht die Grenze zum Pin-up und sind durch die paritätische Auswahl männlicher und weiblicher Modelle auch nicht sexistisch.“ Flieger würde sich freuen, wenn der Kalender ein finanzieller Erfolg wird, „damit er einen, wenn vermutlich nur geringen, Beitrag zur Finanzierung der Universität liefert.“

Die Auflage liegt bei 1 500 Stück. Auf der folgenden Internetseite können Sie einen Kalender bestellen: http://tny.de/QiZZg

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung